Gedanken zum Tag

Freitag, 29. Juli

Sommersegen

„Was ist für dich ein Sommersegen?“ das wurde Richard Meißner auf einer Feier gefragt und hat darüber im Sonntagsblatt geschrieben.
Interessante Frage, fand ich und bin gleich ins Nachdenken gekommen.
Sommersegen, das ist - 
wenn goldenes Morgenlicht zum Fenster hereinleuchtet
wenn die Meisen an der Futtersäule auf dem Balkon herumflattern
wenn ich endlich kein Unterhemd mehr brauche
wenn die Schlange an der Eisdiele 20 Meter lang ist
wenn meine Füße spätabends noch in Sandalen stecken und nicht kalt werden
wenn schräg die Abendsonne auf Wiesen und Felder fällt
wenn ich schon von Weitem die Kapelle im Chinesischen Turm höre
wenn der Gesang der Grillen die sternklare Nacht erfüllt
wenn „meine Seele singt“ (Psalm 146, 1) und einmal nur die Welt außen vor bleibt

Wir wünschen Ihnen einen gesegneten Sommer und freuen uns, wenn Sie den „Gedanken zum Tag“ ab September wieder Mo-Mi-Fr aufrufen. Im August finden Sie sogenannte „Weg-Worte“ bei der Bahnhofskirche Zürich https://www.bahnhofkirche.ch/weg-wort/.

Verena Übler


Mittwoch, 27.07.2022

Die Eltern kommen mit ihren Kindern zu Jesus, um sie segnen zu lassen. Doch die Jünger wollen sie nicht zu Jesus vorlassen. Jesus sagt ihnen die Meinung: "Lasset die Kinder zu mir kommen und wehret ihnen nicht." Die Schülerinnen und Schüler haben diese Szene heute im Schulgottesdienst vorgespielt.
Eine Stunde später sprechen wir bei einem Treffen von Mitarbeitenden in der Gemeinde über das Thema "Konflikt": Wie gehen wir mit Konflikten um? "Konflikte bringen Veränderung" war eine These. Oder bevorzugen wir eher die Harmonie? Wann lohnt es sich, einen Konflikt auszutragen? Wie gehen wir mit Konflikten in Beziehungen um? Vermeiden wir sie? Oder tragen wir sie aus?
Ich frage mich: Was wäre gewesen, wenn Jesus nicht mit seinen Jüngern in dieser Situation in Konflikt gegangen wäre? Er wäre auf der Seite der Jünger geblieben und hätte die Kinder nicht gesegnet. Aber wäre er bei sich selbst geblieben, bei dem, was ihm wirklich wichtig war?
Manchmal müssen wir auch in den Konflikt gehen, um bei dem zu bleiben, was uns wirklich wichtig ist. Jesus ist mit seinen Jüngern auch danach zusammengeblieben. Dieser Konflikt hat sie nicht auseinandergebracht.
Vielleicht saßen sie danach am Abend noch lange zusammen, um einander zu verstehen. 

Felix Breitling


Montag, 25. Juli

Reisezeit

Reisekoffer
Bildrechte: M.Brandstätter

In wenigen Tagen beginnen die Sommerferien und viele werden sicher verreisen. Wer verreist, nimmt Gepäck mit - je nach Fortbewegungsart kann das ganz unterschiedlich ausfallen.
Auf einer mehrtägigen Wandertour zählt jedes Gramm, da muss ein Rucksack ausreichen.
Bei einer Fahrrad-Tour ist zwar etwas mehr Platz in den Packtaschen, aber man muss sich trotzdem sehr beschränken. Und stellt dabei fest, dass man auch bei langen Touren mit erstaunlich wenig Dingen auskommen kann.
Mit Zug und Flugzeug wird das Gepäck hauptsächlich davon begrenzt, was man beim Umsteigen noch tragen kann.
Und im Auto, da ist (fast) jede Menge Platz, um für alle Eventualitäten gerüstet zu sein und entsprechend viel nimmt man meistens mit.

Im Rückblick auf vergangene Reisen, wie wichtig war da die Menge an Gepäck, die ich dabei hatte?
Und sind nicht gerade diejenigen Reisen am besten in der Erinnerung geblieben, auf denen ich mit wenig auskam?  

Von Hannah Schygulla habe ich dazu dieses Zitat gefunden:
"Das Leben ist eine Reise. Je weniger Gepäck man dabei hat, desto mehr Eindrücke kann man mitnehmen."

Mathias Brandstätter


Mittwoch, 19. Juli

Heute brechen unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden zum Konficamp zusammen mit vielen anderen Jugendlichen aus dem Münchner Südosten und Westen nach Thalmässing auf, nachdem es zweimal coronabedingt ausgefallen ist.
Wir freuen uns auf Euch in den Gottesdiensten, im Gemeindeleben und wünschen Euch, dass Euer ganzer Konfi-Kurs in Präsenz stattfinden kann. Wir wünschen Euch eine spannende Zeit, in der Ihr gemeinsam die Vielfalt des Glaubens entdecken könnt, in der Ihr Freundschaften knüpfen könnt.
Wir sind für Euch da, offen für Eure Fragen, für Kritik. Bitte seid ehrlich, wenn Ihr etwas auf Eure Gottesdienstblätter schreibt - es bringt uns weiter. Geht auf uns zu mit Euren Ideen.
Mit Eurem neuen Konfi-Jahrgang fängt etwas Neues bei uns an. Wir freuen uns auf Euch. Herzlich willkommen und jetzt erstmal viel Spaß beim Konfi-Camp!

Felix Breitling


Montag, 18.Juli

Unser tägliches Brot

Kornfeld
Bildrechte: M.Brandstätter

Vor wenigen Tagen stand in der Zeitung, dass allein in Deutschland jedes Jahr ca. 11 Millionen Tonnen Lebensmittel weggeworfen werden. Davon mehr als die Hälfte, rund 6 Millionen Tonnen in den Haushalten bei uns Endverbrauchern.
Lebensmittel, die mit viel Aufwand hergestellt, aufbereitet, transportiert, ver- und gekauft wurden. Nur um dann im Müll zu landen.
Jede/r von uns wirft statistisch also 75 kg Lebensmittel jährlich auf den Müll. In einem 4-Personen-Haushalt wären das ja schon 300 kg! Und in den anderen Industrienationen sieht es sicher nicht besser aus.
Ich finde das erschreckend viel.

Die gute Nachricht ist: wir können alle ein bisschen dazu beitragen, diese Bilanz zu verbessern.
Z.B. auch das Gemüse kaufen, dass vielleicht nicht ganz so schön aussieht, aber sicher genau so gut schmeckt.
Oder kleinere Packungsgrößen kaufen, die eher aufgebraucht werden können, bevor sie verderben.
Im Laden nicht die Packungen mit dem längsten Mindesthaltbarkeitsdatum heraussuchen, wenn ich sie sowieso am gleichen Tag zum Kochen verwende. Denn wenn dagegen immer die Ware ausgewählt wird, die noch am längsten haltbar ist, dann bleibt am Ende zuviel Ware liegen, die nicht mehr verkauft werden kann. 

Sicher fällt Ihnen noch mehr dazu ein, wie wir (wieder) achtsamer und sorgfältiger mit unseren Lebensmitteln umgehen können. 

Mathias Brandstätter


Freitag, 15. Juli

„Es gibt ein Naturschauspiel, das noch größer ist als das Meer, das ist der Himmel; es gibt ein Naturschauspiel, das noch größer ist als der Himmel, das ist das Innere der Seele.“
Victor Hugo in ‘Les Miserables’

Himmel und Meer, beide faszinieren uns Menschen. Beide können sanft sein oder dramatisch, glatt oder gekräuselt, weiß-blau oder grau bis schwarz. Menschen werden nicht müde, am Strand zu sitzen und auf das Meer zu schauen oder auf einer Wiese zu liegen und den Himmel zu beobachten. Die Weite zieht uns an, der Hauch von Unendlichkeit, der Traum ungezählter Möglichkeiten und ein Gefühl von Freiheit.
Victor Hugo deutet jedoch an, dass bei aller Größe dieser beiden Naturschauspiele, sie mit der menschlichen Seele nicht mithalten können. Das Innere der Seele ist kostbar und ein unglaublicher Seismograph für unser Wohlbefinden. So empfindlich, dass wir gut darauf achtgeben sollen, wie es schon bei Matthäus 16, 26 heißt: „Was hilft es dem Menschen, wenn er die ganze Welt gewinnt, aber Schaden nimmt an seiner Seele?“

Verena Übler


Mittwoch, 13. Juli

Manchmal merke ich auf, wenn ich an einem Schaufenster vorbeigehe und mich von der Seite ansehe. Ich nehme wahr, wie meine Schultern und mein Kopf nach unten hängen. Dann richte ich mich wieder auf und gehe weiter. Es tut mir gut, wenn ich mir immer wieder meiner Körperhaltung bewusstwerde. Stehe ich gut? Bin ich in meiner Mitte? Unser Körper kann hier ja deutliche Signale senden.

Das Wort Haltung hat mehrere Bedeutungen: Welche Haltung nehme ich ein, zu dem was mich umgibt? Habe ich eine eigene Haltung oder schwimme ich einfach mit, hänge mein Fähnchen nach dem Wind? Was trägt zu meiner Haltung bei? Habe ich eine Haltung, die mein Handeln durchzieht? Kann ich zu meiner Haltung stehen, sie gegenüber anderen verteidigen?

Und ich gehe weiter: Was gibt mir Halt im Leben, so dass ich eine Haltung einnehmen kann? So dass ich einen guten Stand habe.

Innehalten, Halt und Haltung liegen auch gar nicht so weit auseinander.

Felix Breitling


Montag, 11. Juli

Sonnenstunden

Sonnenuhr
Bildrechte: M.Brandstätter

"Mach es wie die Sonnenuhr, zähl die frohen Stunden nur" - den Spruch haben vermutlich viele schon einmal gehört.
Bekanntlich zeigen Sonnenuhren nur die Zeit an, wenn die Sonne scheint. Ob diese allerdings immer auch "frohe" Stunden sind, mag dahin gestellt sein.

Aber dafür funktionieren Sonnenuhren ohne aufwändige Mechanik und ohne Antrieb. Und sie gibt es schon seit Urzeiten, denn Menschen haben sich sicher lange vor der Erfindung von mechanischen Uhren an dem Tageslauf der Sonne orientiert.
An vielen Kirchtürmen gibt es auch heute noch Sonnenuhren. Manche zeigen dort schon seit Jahrhunderten die Zeit an, wie die Uhr an der Basilika St.Vitus, die ich in Ellwangen fotografiert hatte. Eigentlich ist die Sonnenuhr-Zeitanzeige noch genauer als die Turmuhrzeit, denn sie zeigt immer die lokale Zeit an. Die offizielle Zeit dagegen ist für eine ganze Zeitzone gleich, d.h. an den meisten Orten geht sie entweder vor oder nach der Sonnenzeit. Früher war das kein Problem, wenn benachbarte Städte nicht exakt die gleiche Zeit hatten. Aber spätestens mit dem Aufkommen der Eisenbahnen musste man sich auf gemeinsame Uhrzeiten einigen, sonst wäre es kaum möglich gewesen, Fahrpläne einzuhalten.
Unter der Sonnenuhr in Ellwangen steht "Sicut umbra fugit vita" (Wie der Schatten flieht das Leben). Der Schattenwurf an der Sonnenuhr scheint still zu stehen, aber er bewegt sich doch im Tageslauf Stück für Stück weiter.
Langsam aber stetig.
Wie unser Leben.

Mathias Brandstätter


Freitag, 8. Juli

Ermutigung

Die kleine Lilli hat gerade angefangen zu laufen. Sie freut sich, dass sie nun ganz allein von A nach B kommt. Allerdings kommt sie nicht immer gleich bei B an. Das mit dem Gleichgewicht ist nämlich so eine Sache. Immer wieder passiert es, dass sie auf den weich gepolsterten Allerwertesten plumpst, weil sie sich zu schnell gedreht hat oder die Füße sich irgendwie verwurschtelt haben. 
Kein Problem für Lilli, sie rappelt sich wieder auf und steuert erneut ihr Ziel an.
Fallen und wieder Aufstehen, das begleitet uns doch ein Leben lang, auch wenn wir längst sicher auf den Beinen stehen. Wir wollen (zu)viel und irgendetwas verwurschtelt sich immer. 
Fallen und Aufstehen, das will gelernt sein. 
Pachomios, der sich Anfang des 4. Jahrhunderts unserer Zeit taufen ließ, gründete 325 in Oberägypten das erste Gemeinschaftskloster des Christentums, ein ‚Koinobion‘. 
Er formuliert so:
Wir fallen und stehen auf,
wir fallen und stehen auf,
und abermals fallen wir
und stehen wieder auf.
Wir finden die Stärke aufzustehen,
indem wir Gott 
unsere Schwäche bekennen.

Verena Übler


Mittwoch, 6. Juli

Bei einem digitalen Rundgang durch das Frankfurter Städel Museum bin ich auf die Lucca Madonna des Jan van Eyck gestoßen. Beeindruckt haben mich vor allem die Falten im Babyspeck des Jesuskindes, die Jan van Eyck so virtuos plastisch darstellt. Dieses Bild ist unglaublich körperlich und ich spüre, wenn ich es betrachte: Gott wird Mensch.

Über diesen Link können Sie das Bild in der Sammlung des Städelmuseums ansehen. Klicken Sie auf das Bild. Durch das runde Pluszeichen können Sie auch die Details genau ansehen:

https://www.staedelmuseum.de/go/ds/944


Montag, 4. Juli

Nimm Dir Zeit

Nimm dir Zeit zu arbeiten - das ist der Preis des Erfolges.

Nimm dir Zeit zu denken - das ist die Quelle der Macht.

Nimm dir Zeit zu spielen - das ist das Geheimnis der ewigen Jugend.

Nimm dir Zeit zu lesen - das ist die Grundlage der Weisheit.

Nimm dir Zeit, freundlich zu sein - das ist der Weg zum Glück.

Nimm dir Zeit zu träumen - sie bringt DIch den Sternen näher.

Nimm dir Zeit zu lieben und geliebt zu werden - das ist das Vorrecht der Götter.

Nimm dir Zeit, dich umzusehen - der Tag ist zu kurz, um selbstsüchtig zu sein.

Nimm dir Zeit zu lachen - das ist Musik für deine Seele.

(nach einem Segensspruch aus Irland)

Mathias Brandstätter


Freitag, 1. Juli

Gute Wünsche

Gestern habe ich ein – für mich - neues Lied kennengelernt: All das wünsch ich dir.
Text und Musik von Robert Haas.

Für alle, die gerade gute Wünsche brauchen!

Verena Übler

 


 

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