Gedanken zum Tag

Freitag, 20. Mai

„Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm, BIENEN und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und die BIENEN und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.“
[1. Mose 1, 24f.]

Das wär doch was gewesen, wenn die Bienen in der Schöpfungsgeschichte extra aufgeführt worden wären. Vielleicht hätten wir Menschen dann besser auf sie achtgegeben?
Heute ist Welt-Bienen-Tag. Ein Tag, um ganz besonders auf die Bedeutung von Bienen aufmerksam zu machen. 80 Prozent aller heimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Einen Großteil davon übernimmt die Honigbiene. Ohne die Bestäubung ist unsere Ernährungssicherheit in Gefahr. 
Passend zum Weltbienentag hat der Dokumentarfilm „Ein Himmel voller Bienen“ heute Premiere. Mehr Infos dazu unter www.einhimmelvollerbienen.com
Wer selbst aktiv werden will, kann das bei dem Münchener Verein Green City e.V. tun. 
Auch die Evangelische Jugend München hat inzwischen eine Idee realisiert: seit einigen Wochen leben auf dem Dach des Anbaus der Rogatekirche Bienen. Wenn die Bienen fleißig sind und genug Blüten finden, können wir demnächst unseren eigenen „Rogate-Honig“ probieren. Lecker!

Gottes Segen komme zu dir,
damit die Fülle des Lebens
Raum findet
in deinem Leben,
wie die Vielfalt der Blüten im Honig.

Gottes Segen sei in dir,
damit Gottes Ja zu deinem Leben dir süß
auf der Zunge zergeht,
wie fließender Honig.

Gottes Segen sei bei dir,
wenn du auf Flügeln den Blüten deines
Lebens entgegeneilst.

Amen.

Verena Übler
P.S. Leider weiß ich nicht, von wem der Honig-Segen stammt. Für Hinweise bin ich dankbar.


Mittwoch, 18. Mai

„Du erforschest mich und kennest mich.“
Mehrere meiner Schülerinnen und Schüler haben sich für diese Worte aus Psalm 139 entschieden, als ich sie gebeten habe, Worte aus dem Psalm hervorzuheben, die ihnen wichtig sind. Ich denke, es ging Ihnen vor allem um: „Du kennst mich“. Da ist ein Gott, der mich kennt, der weiß, wie es mir geht.
Ich musste an die Verse aus dem Lied „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen“ (EG 56) denken:
„Bist du der eignen Rätsel müd? Es kommt, der alles kennt und sieht!“ Er sieht dein Leben unverhüllt, zeigt dir zugleich dein neues Bild.“
Oft kennen wir uns selbst nicht, sind auf der Suche nach uns selbst. Fragen uns, weshalb wir so handeln, wie wir handeln. Sind uns selbst ein Rätsel.
Eines aber weiß ich: „Du Gott kennst mich.“

Felix Breitling


Montag, 15. Mai

Wunderbare Welt der Ameisen

Ameise auf Blüte
Bildrechte: M.Brandstätter

Endlich ist Sommerwetter und ich genieße es wieder, auf meiner Terasse zu sitzen.
Aber was die Freude etwas trübt, sind sie lästigen Ameisen, die die Terrasse natürlich auch wieder entdeckt haben und ebenso begeistert darauf (und vermutlich darunter) herumkrabbeln.

Ich könnte mich nun ständig darüber ärgern, oder die Terrasse ganz meiden, oder den Kampf gegen die lästigen Krabbler aufnehmen und z.B. Gift streuen. Aber diese Möglichkeiten gefielen mir verständlicherweise alle nicht besonders gut. Stattdessen habe ich beschlossen, mich zuerst etwas mit Ameisen zu beschäftigen, um sie besser zu verstehen (was übrigens auch in anderen Fällen hilfreich sein kann, wenn wir uns über jemand ärgern).

Zufällig fand ich in der Wühlkiste beim Buchhändler ein Buch über Ameisen. Und schnell war ich fasziniert von der Lektüre über "Die fabelhafte Welt der Ameisen" - so der Titel.
Es ist ja nicht so, das die Ameisen Eindringlinge auf meiner Terrasse sind, sondern eher bin ich der Eindringling in ihren Lebensbereich. Denn Ameisen gibt es schon seit über 100 Millionen Jahren auf der Welt, sie sind bereits zu Zeiten der Dinosaurier herumgekrabbelt und haben im Gegensatz zu den meisten anderen Tierarten seither alle Veränderungen ihrer Lebensbedingungen erfolgreich überstanden. Das beweist, wie anpassungsfähig sie sind. In den Nestern, die teilweise über 100 Millionen Ameisen umfassen können, hat jede Ameise eine bestimmte Aufgabe und dank vielfältiger Kommunikationwege stimmen sie sich untereinander sehr gut ab. Sie haben sozusagen die Landwirtschaft erfunden, denn sie halten sich Tiere und bauen Nahrungsmittel an. Und ihre Bauten sind ein so ausgeklügeltes System, dass ich beim Lesen aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Seitdem ich einiges über Ameisen gelernt habe, sehe ich diese Krabbeltiere mit anderen Augen. Jede Ameise für sich ist ein kleines Wunder der Schöpfung, und sie hat eigentlich auch ein Recht auf ein ungestörtes Leben. Ich kann die Winzlinge nun besser als Mitbewohner akzeptieren und sehe Ihnen mit Interesse und ohne Ärger beim Krabbeln zu. Im Großen und Ganzen lassen sie mich ja in Ruhe - und das will ich nun auf jeden Fall auch tun: sie in Ruhe lassen.

Mathias Brandstätter


Freitag, 13. Mai

Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben

So heißt ein Buch von Matt Haig, einem britischen Schriftsteller (auf Deutsch 2016 erschienen). Es geht um die Depression, an der der Autor plötzlich und unerwartet erkrankt ist. In einem Interview in der Zeitschrift ‚Brigitte‘ (4/2022) macht er Mut, auf keinen Fall der Depression zu glauben.

Er sagt: 
„Die Depression lügt. 
Sie gaukelt totale Finsternis vor, 
aber es gibt Hoffnung auf ein anderes Leben, 
Licht ist überall, 
an jedem Tunnelende.“

Verena Übler


Mittwoch, 11. Mai

"Wenn die Eisheiligen vorüber sind, fangen wir mit dem Einpflanzen ein" heißt es unter den Hochbeetgärtnerinnen und -gärtnern im Gemeindegarten.
Morgen am 11. Mai fangen sie an, die Eisheiligen: 11. Mai: Mamertus, 12. Mai: Pankratius, 13. Mai: Servatius, 14. Mai: Bonifatius, 15. Mai: Sophie.
Obwohl, die meisten haben mit dem Pflanzen schon losgelegt, aber wer weiß...

Folgendes Gedicht ist mir zugetragen worden:

Die Eisheiligen

Pankraz, Bonifaz, Servaz ihr drei
Eisheiligen, warum kommt ihr im Mai?
Ich komm und komm nicht dahinter,
warum ihr nicht kommt im Winter,
wenn´s Eis gibt, sondern im Mai!

Die Blümelein sind noch so zart,
warum seid ihr Heiligen so hart?
Die Triebe sind noch so klein,
warum seid ihr Heiligen wie Stein?

Ob ihr am Ende gar kurzsichtig seid?
Und vom Himmel aus meint, dass es auf Erden schneit?
Sind aber Blüten, ein warmer Schnee,
euer Eisatem tut ihnen weh!
Oh, ihr solltet hinterher seh´n,
wie traurig erfror´ne Tomaten steh´n!

Pankraz, Bonifaz, Servaz ihr drei
Eisheiligen, warum kommt ihr im Mai?
Lasst euch legen ans Herz,
tut dem Gaertner heuer kein Schmerz!
Denn tut ihr jed´s Jahr, was den Blüten nicht frommt,
kanns sein, dass ihr noch in das Fegfeuer kommt!

Felix Breitling


Montag, 9. Mai - Sophie Scholls Geburtstag

Heute erinnern wir an Sophie Scholl.
Sie wurde vor genau 101 Jahren, am 9. Mai 1921 im kleinen Städtchen Forchtenberg in Württemberg als viertes Kind von Robert und Magdalena (Lina) Scholl geboren.
Lina Sofie steht in der Geburtsurkunde. „Sofie – mit ,f‘ und unterstrichen – sollte ihr Rufname sein, und so haben es in der Regel alle für die nächsten zwanzig Jahre gehalten, auch sie selbst. Die Eltern und die älteste Schwester Inge blieben dabei, aber Sofie selbst hat sich ungefähr nach dem zwanzigsten Lebensjahr immer öfter ,Sophie‘ genannt“, schreibt die Biographin Barbara Beuys.[1]

Im Februar 1942 schrieb Sophie Scholl in ihr Tagebuch [2]:

Wenn ich die Menschen um mich herum ansehe, und auch mich selbst, dann bekomme ich Ehrfurcht vor dem Menschen, weil Gott seinetwegen herabgestiegen ist. Auf der anderen Seite wird mir dies dann immer [am] unbegreiflichsten. Ja, was ich am wenigsten an Gott begreife, ist seine Liebe. Und doch, wüßte ich nicht von ihr!

Wenn Sie mehr über Sophie Scholl nachlesen wollen: Auf unserer Website sind unter Sophie Scholl viele links zu weiterführenden Informationen und Filmbeiträgen zusammengetragen.

Mathias Brandstätter


[1] Barbara Beuys: Sophie Scholl. Biografie, Berlin 2017, S.30f.

[2] Hans Scholl und Sophie Scholl: Briefe und Aufzeichnungen, hg. von Inge Jens, Frankfurt, 2005
 


Freitag, 6. Mai

Aufgeben ist keine Option.

„There is no use trying,” said Alice; “one can’t believe impossible things.” 
“I dare say you haven’t had much practice”, said the Queen. “When I was your age, I always did it for half an hour a day. Why, sometimes I’ve believed as many as six impossible things before breakfast.” [aus: Lewis Caroll, Alice im Wunderland]

“Es bringt nichts, es zu versuchen,“ sagte Alice; „man kann nicht an unrealistische (un-mögliche) Dinge glauben.“
„Ich wage zu behaupten, dass du bisher nicht viel Übung hattest“, sagte die Königin. „Als ich so alt war wie du, habe ich es jeden Tag eine halbe Stunde lang gemacht. Ach was, manchmal habe ich schon vor dem Frühstück an mindestens sechs unrealistische (un-mögliche) Dinge geglaubt.“

Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. 
Matthäus 5, 8

Verena Übler


Mittwoch, 4. Mai

"Sind Sie gläubig?" lautete die letzte Frage in einem Interview mit Gerhard Polt im Süddeutsche Zeitung Magazin am vergangenen Freitag.

Und Gerhard Polt antwortete auf diese Frage:

"Nicht im  klassischen Sinn. Aber mir hat mal einer erklärt: Wir sind alle Gläubige.
Sag ich, wieso? Sagt er, egal, ob Christ oder Buddhist oder eben gerade nicht, du glaubst.
Wenn du aus dem Haus gehst, gehst du aufrecht ­hinaus – weil du glaubst, dass dir kein Ziegel auf den Kopf fällt.
Du kannst nicht wissen, was kommt, aber du gehst davon aus, es wird schon gut gehen.
Und da hatte er recht. Das ist die menschliche Zuversicht. Und die ist letztlich ohne Glauben nicht denkbar."

Felix Breitling


Montag, 2. Mai

Seenotretter
Bildrechte: B.+W. Stiegler

Dieses Foto einer alten Seenotrettungsstation, aufgenommen von Barbara und Walter Stiegler (Foto AG), illustriert den Monatsspruch für den Mai:

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht. (3. Johannesbrief 2)

 

 


Die Texte aus früheren Monaten:

2022
Januar, Februar, März, April

2021
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, September, Oktober, November, Dezember

2020
März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember