Gedanken zum Tag

Donnerstag, 29. Juli

29. Juli 2021 – endlich Schulferien nach einem Schuljahr, das für viele Kinder und Jugendliche sehr anstrengend war. Kaum Unterricht in Präsenz in der Schule, stattdessen Homeschooling mit Arbeitsblättern oder vor dem Bildschirm. Kaum Treffen mit Freund*innen oder Fußballtraining im Verein. Die einen in großen Häusern, andere in beengten Wohnverhältnissen. Mit Sorge schauen wir auf den Herbst und ich hoffe sehr für alle Kinder und Jugendlichen, dass sie nach hoffentlich erholsamen Ferien jeden Tag wieder in die Schule gehen, Freundschaften pflegen und sich entfalten können. Dafür ist einiges an Geld nötig und es gibt noch einiges zu tun. Und ja: Im Verhältnis zu vielen anderen Ländern geht es uns hinsichtlich des Bildungssystems sehr gut.

29. Juli 2021 – Heute ist der sog. „Earth Overshoot Day“. Dieser Tag „markiert jedes Jahr das Datum, an welchem die Menschheit alle biologischen Ressourcen verbraucht hat, die die Erde während des gesamten Jahres regeneriert. Gegenwärtig verbraucht die Menschheit 74% mehr als die Ökosysteme des Planeten regenerieren können – oder “1,74 Erden”. Vom Earth Overshoot Day bis zum Ende des Jahres lebt die Menschheit folglich von ökologischem Raubbau. Das ist die größte Übernutzung in der Geschichte der Menschheit. Weltweit ist die Menschheit zum ersten Mal in den frühen 1970er Jahren in den ökologischen Overshoot geglitten. Alle Daten basieren auf den «National Footprint & Biocapacity Accounts» (NFA), die sich auf UN-Datensätzen stützen“ heißt es auf der Internetseite zum Earth Overshoot Day [zitiert nach: https://www.overshootday.org/newsroom/press-release-june-2021-german/ (28.07.21)].

Dieser Tag betrifft alle Menschen, egal in welchem Land.

So wirklich gelöst gehe ich in diesem Jahr nicht in die Sommerferien.

Felix Breitling


Mittwoch, 28. Juli

- nicht vor sehnsucht sterben –
[Johann Voß]

nicht vor Sehnsucht sterben,
sondern leben vor Sehnsucht
nach Leben
nicht vor Liebe irrsinnig werden,
sondern wie von Sinnen
die Irrenden lieben
in ihrer Suche nach Leben
nicht vor Angst zittern,
sondern ruhig werden
vor dem Zittern nach Leben
nicht vor Hass erkalten 
und nicht vor Kälte hassen,
sondern sich wärmen
und atmen nach Leben
nicht vor Schwäche umfallen,
sondern aufstehen mit anderen
für den Wunsch nach Leben
und manchmal, manchmal weinen 
und nicht fassen können
in den verhangenen Stunden
das Glück zu leben

Verena Übler


Dienstag, 27. Juli

Psalm 84 Freude am Hause Gottes

Ein Psalm der Korachiter, vorzusingen, auf der Gittit. Wie lieblich sind deine Wohnungen, HERR Zebaoth! Meine Seele verlangt und sehnt sich nach den Vorhöfen des HERRN; mein Leib und Seele freuen sich in dem lebendigen Gott.

Der Vogel hat ein Haus gefunden und die Schwalbe ein Nest für ihre Jungen – deine Altäre, HERR Zebaoth, mein König und mein Gott. Wohl denen, die in deinem Hause wohnen; die loben dich immerdar. Wohl den Menschen, die dich für ihre Stärke halten und von Herzen dir nachwandeln!

Wenn sie durchs dürre Tal ziehen, wird es ihnen zum Quellgrund, und Frühregen hüllt es in Segen. Sie gehen von einer Kraft zur andern und schauen den wahren Gott in Zion. HERR, Gott Zebaoth, höre mein Gebet; vernimm es, Gott Jakobs! 

Gott, unser Schild, schaue doch; sieh an das Antlitz deines Gesalbten! Denn ein Tag in deinen Vorhöfen ist besser als sonst tausend. Ich will lieber die Tür hüten in meines Gottes Hause als wohnen in den Zelten der Frevler. Denn Gott der HERR ist Sonne und Schild; der HERR gibt Gnade und Ehre. Er wird kein Gutes mangeln lassen den Frommen. HERR Zebaoth, wohl dem Menschen, der sich auf dich verlässt!

Carolin Lochner


Montag, 26. Juli

Reisegepäck

Unser Evangelisches Gesangbuch enthält nicht nur Lieder, sondern auch zahlreiche Texte, Gebete und Zitate. Wenn Sie ein Gesangbuch zur Hand haben, dann schauen Sie doch einmal hinein und achten Sie auf die Texte neben den Liedern.

Bei einem Taufgottesdienst an Samstag, bei dem das Lied "Kind, Du bist uns anvertraut" (EG 576) gesungen wurde, fand ich unter dem Lied im Gesangbuch das folgende Zitat der Schauspielerin Hanna Schygulla:

"Das Leben ist eine Reise. Je weniger Gepäck man dabei hat, desto mehr Eindrücke kann man mitnehmen."

Nachdenkenswert - wie ich finde, nicht nur zur sommerlichen Reisezeit.

Mathias Brandstätter

Reisekoffer
Bildrechte: M.Brandstätter

Samstag, 24. Juli

Der Zaun

Gestern Abend haben wir uns, eine kleine Gruppe, mit Jörg Spengler, dem Vorsitzenden des Bezirksausschusses Au-Haidhausen, am Zaun in der Orleansstraße getroffen. Vor 79 Jahren hat sich dort Sophie Scholl von ihrem Bruder Hans und den Freunden Alexander Schmorell, Willi Graf und Hubert Furtwängler, verabschiedet, die mit dem Zug vom Ostbahnhof an die Ostfront aufbrachen. In einer Studentenkompanie sollten sie dort als Medizinstudenten in einem Lazarett Dienst leisten.
Von dieser Verabschiedungsszene gibt es auch ein bekanntes Foto, das am Zaun angebracht ist. Bald wird an diesem Ort eine große Baustelle entstehen, so dass der Zaun hier nicht mehr stehen bleiben kann. Nach einigen Gesprächen entstand die Idee, dass der Zaun in einzelne Stücke geteilt und an verschiedene Institutionen weitergegeben wird. Mittlerweile gibt es Interessent*innen aus ganz Europa. Viele von ihnen werden dann ein Stück von diesem Zaun haben – eine Gemeinsamkeit, die sie verbindet. Jörg Spengler sagte: „Wir finden das einen schönen Gedanken, dass ein Zaun, der ja sonst eigentlich Menschen trennt, dann Menschen in Europa vereint. Und das passt ja auch zu den Gedanken der Weißen Rose.“

Felix Breitling

Bildrechte: M. Brandstätter


Freitag, 23. Juli

Anleitung zum Nichtstun

„Was tust du am liebsten von der ganzen Welt, Pu?“ Tja, sagte Pu, „was ich am liebsten tue…“ Und dann musste er innehalten und nachdenken. Denn obwohl Honigessen etwas sehr Gutes war, was man tun konnte, gab es doch einen Augenblick, kurz bevor man anfing, den Honig zu essen, der noch besser war als das Essen, aber er wusste nicht, wie der hieß. Und dann, fand er, war Mit-Christopher-Robin-zusammen-sein auch etwas sehr Schönes, was man tun konnte, und Ferkel-in-der-Nähe-haben war auch etwas sehr Angenehmes, was man gut haben konnte; deshalb sagte er, nachdem er alles durchdacht hatte: „Am liebsten von der ganzen Welt mag ich, wenn ich und Ferkel dich besuchen gehen und du sagst: ‚Wie wär’s mit einem kleinen Imbiss?‘, und ich sage: ‚Gegen einen kleinen Imbiss ist eigentlich nichts einzuwenden, oder was meinst du, Ferkel?‘, und draußen ist ein Tag, in dem irgendwie Gesumm drin ist, und die Vögel singen.“
„Das mag ich auch“, sagte Christopher Robin, „aber was ich am liebsten tue, ist gar nichts.“
„Wie tut man gar nichts?“, fragte Pu, nachdem er lange gegrübelt hatte. „Das ist, wenn man es gerade tun will und die Leute wollen von einem wissen: ‚Und was willst du jetzt tun, Christopher Robin?‘ Und dann sagt man: ‚Och, gar nichts‘, und dann tut man’s einfach.“

aus: Pu der Bär, von A. A. Milne


Verena Übler


Donnerstag, 22. Juli

Maria Magdalena

Der 22. Juli ist der Tag der Maria Magdalena. Viel wissen wir nicht aus ihrem Leben. Nur eine kurze Bemerkung im Lukasevangelium berichtet von ihr: Maria sei von sieben bösen Geistern besessen gewesen und der Herr habe sie geheilt. Jesus war für sie der Wendepunkt in ihrem Leben. Mit ihm hat sie wieder begonnen zu leben, einen Sinn zu bekommen, heil zu werden. Durch Jesus erfuhr sie, dass es endlich jemanden gab, der sie einfach um ihrer selbst willen liebte. Sie hing an ihm, machte an ihm ihr Leben fest.
Am Karfreitag war für sie alles aus. Mit seinem Tod starb sie auch – sie, die durch ihn wieder ins Leben zurückgefunden hatte.
Am Ostermorgen, „früh, während es noch dunkel ist“, geht sie zu seinem Grab. Die Kälte der Nacht ist noch zu spüren. Mit Maria, der Mutter des Jakobus und mit Salome, will sie den Leichnam ölen. Wenigstens sein Leib soll ihr nicht genommen werden. Als sie sieht, dass der Stein weggerollt ist, bekommt sie Angst, dass ihr jetzt auch noch ihr letzter Halt genommen ist. Sie weint.
„Frau, warum weinst du?“, fragen sie zwei Engel. „Weggeschafft haben sie meinen Herrn und ich weiß nicht, wo sie ihn hingelegt haben“ antwortet sie verzweifelt.   

“Wen suchst du?“ wird sie angesprochen. Sie denkt, es sei der Gärtner. „Sag, wenn Du ihn weggetragen hast, wo hast Du ihn dann hingelegt?“
Jesus spricht sie an. „Mirjam“ sagt er auf aramäisch. Sie weiß nicht, dass er es ist. Er ruft sie zu sich, er sieht ihre Trauer. Er hält sie und trägt sie.
„Rabbuni“, sagt sie zu ihm. Mein Meister, mein Lehrer. Jetzt weiß sie: Er wird ihr bleiben. Sie hat den Mut, ihr Leben fortzusetzen. Jesus, war der, der ihr Halt gab im Leben. Jetzt weiß sie: Das wird weiterhin so sein.
Wie wir alle sucht Maria Magdalena nach Halt und Geborgenheit. Maria aus Magadala, die über seinen Tod so verzweifelt war, ist die erste, die dem auferstandenen Jesus begegnet. Sie, die spürt, dass sie ohne ihn nicht leben kann, entdeckt ihn neu als lebend. Die Nacht war vorüber. Der Tag erwacht.
„Rühr mich nicht an“ sagt er zu ihr. Klammere dich nicht an das Äußere. Du würdest mich als zu klein und zu gering sehen, wenn Du mich für Dich behalten wolltest. Er will seine Liebe ins Unendliche öffnen. Jesus bleibt. Auch bei uns.
Maria Magdalena, die Weinende, die Trauernde, sie, die am tiefsten Punkt der Verzweiflung steckte, kann jetzt der Welt verkünden, dass es noch Hoffnung gibt über den Tod hinaus.

(nach Gedanken aus: Eugen Drewermann, Die Botschaft der Frauen. Das Wissen der Liebe, Olten/Freiburg i. Brsg.,1992)

Felix Breitling


Mittwoch, 21. Juli

Flügel

Am Samstag durfte ich einen kleinen Jungen taufen, Jonathan. Im Gottesdienst hat sein Opa die Geschichte aus dem Markusevangelium vorgelesen, in der es heißt: „Wer das Reich Gottes nicht empfängt wie ein Kind, der wird nicht hineinkommen.“ (Markus 10, 13-16)
Klingt gut, aber wie ist es gemeint? Dazu eine kleine Anekdote: Ein dreijähriger Junge hat einmal einer Frau einen wunderschönen Garten gezeigt. Ganz unvermittelt hat er ihr dann erzählt, dass er in diesem Garten getauft wurde. Die Frau war natürlich verblüfft. Aber er konnte es sich wohl gar nicht vorstellen, dass wir Erwachsenen fast immer nur in geschlossenen Kirchenräumen taufen. Er meinte, das muß doch draußen sein, mitten im Grünen, wo man spielen und rennen kann, wo es Bäume gibt und Blumen. Und dann hat er weiter gesagt: „Und genau dann, als Gott mich getauft hat, habe ich Flügel bekommen.”
Also, schöner kann man es nicht sagen, was es heißt, getauft zu sein. Und was es eben heißt, zum Reich Gottes zu gehören. Unser erwachsenes Mißtrauen, unsere Zweifel, unsere Vorsicht - die machen es uns schwer mit dem Reich Gottes. Nicht selten stehen wir uns selbst im Weg, beim Hineinkommen. Dieser kleine Junge dagegen, der ist längst drin. Wie schön wäre es doch, wenn wir unsere Flügel nicht vergessen, die wir mit der Taufe bekommen. Diese Kraft, die uns be-flügelt und Hoffnung gibt. Die uns losfliegen lässt wie einen Schmetterling. Und die uns Gottes segnende und schützende Hand spüren lässt, und zwar eben nicht nur in der Kirche, sondern draußen, mitten im Leben.

Verena Übler


Dienstag, 20. Juli

Mit Vertrauen in den neuen Tag - für jedermann

Wie schön ist es doch morgens aufzuwachen, erholt, ausgeschlafen, voller Tatendrang – zumindest, um die Kaffeemaschine anzumachen, und dann den Morgen zu genießen. Und eigentlich ist es doch ein kleines Wunder und eine Freude, jeden Morgen wieder aufwachen zu dürfen. Nach Phasen des Verarbeitens, des noch-einmal-Durchlebens, des zu-Ende-Denkens, damit wieder Platz wird für Neues. Neues, das uns an diesem neuen Tag erwartet. Neues, bei dem wir hoffen, dass uns Gott behütet so wie in der vergangenen Nacht.

Ein Kindergebet bringt das sehr schön zum Ausdruck:

Wie fröhlich bin ich aufgewacht,
wie hab ich geschlafen
so sanft die Nacht.
Hab' Dank
du Vater im Himmel mein,
dass du hast wollen bei mir sein.
Behüte mich auch diesen Tag,
dass mir kein Leid geschehen mag.
Amen.

Carolin Lochner

 


Montag, 19. Juli

Blauer Schmetterling

Blauer Schmetterling
Bildrechte: M.Brandstätter

„Flügelt ein kleiner blauer
 Falter vom Wind geweht,
 Ein perlmutterner Schauer,
 Glitzert, flimmert, vergeht.

 So mit Augenblicksblinken,
 So im Vorüberwehn
 Sah ich das Glück mir winken,
 Glitzern, flimmern, vergehn.“

(Hermann Hesse,1927)


Samstag, 17. Juli

„Gott heilt, die zerbrochenen Herzens sind, und verbindet ihre Wunden“ (Ps 147,3), heißt die Tageslosung für heute.  
Zärtliche Worte sind das. Gott heilt die Menschen, die ein zerbrochenes Herz haben und verbindet ihre Wunden.
Dass ein zerbrochenes Herz wieder heilen kann, dauert. Lange. Wenn überhaupt. Manchen Schmerz tragen wir das ganze Leben mit uns.
Und doch glaube ich, dass Gott da ist in der Welt mit seiner heilenden Kraft. Sie ist nicht gleich spürbar in Schmerz und Trauer, aber sie ist da.
Weil Gott nicht will, dass Menschen an ihrem Schmerz zerbrechen. Er will, dass sie leben können. Mit dem Schmerz und mit den Narben.
Dass Gott mit seiner heilenden Kraft gewirkt und Wunden verbunden hat, entdecken wir oft Jahre später.

Felix Breitling


Freitag, 16. Juli

Es wird immer wieder diskutiert, ob Religion und Welt zusammengehören oder getrennte Bereiche sind bzw. sein sollen. Gehört der Glaube nur ins persönliche Kämmerlein? Und hat er lediglich Auswirkungen auf mein ganz persönliches Befinden? 
Oder fordert mein Glaube mich vielleicht geradezu heraus, mit offenen Augen durch die Welt zu gehen und mich einzubringen?
Von unserem ehemaligen Bundespräsidenten Johannes Rau (1931-2006) wird folgendes Zitat überliefert:
„Wer nicht jeden Tag die Bibel und die Zeitung liest, weiß weder über die Welt Bescheid noch über das, was die Welt braucht.“

Die Zeitung müssen Sie sich heute selbst besorgen, aber zwei Bibelverse kann ich Ihnen bieten. Die Tageslosung und den Lehrtext für heute:

Herr, du bist meine Zuversicht, mein Teil im Lande der Lebendigen. 
Psalm 142, 6

Gott ist nicht ein Gott der Toten, sondern der Lebenden; denn ihm leben sie alle.
Lukas 20, 38

Zwei Verse gegen Trübsinn und Angst. Zwei Verse, die Mut machen, der Herausforderung des heutigen Tages zuversichtlich zu begegnen.

Verena Übler


Donnerstag, 15. Juli

Es war einmal ein alter Gaukler.
Sein Leben lang war er von Ort zu Ort gezogen,
hatte tanzend und springend die Menschen
erheitert - nun war er des unsteten Lebens müde.
"Von nun an", so beschloss er, "will ich meine Tage
in einem Kloster zubringen. Habe ich nicht schon
immer die schönen Gesänge der Mönche in ihren
langen Gewändern geliebt? Wird nicht hier meine
Seele Ruhe finden?" Doch als er ein paar Wochen
im Kloster verbracht hatte, wurde er mehr und mehr
unglücklich. Er fand keine Stimme um zu singen,
er fand keine Worte um zu beten. Beschämt stand
er dabei, stumm. Das Leben der Mönche blieb
ihm fremd. Eines Tages nun, als die Glocke zum
Stundengebet rief, schlich er sich weg und verbarg
sich in einer Seitenkapelle. Und da geschah es, dass
ihm das Herz voll wurde, und er begann langsam
zu tanzen. Und er tanzte mit Leib und Seele bis er
nicht mehr konnte. Entsetzt sah er da den Abt
in der Türe stehen. "Ich weiß, ich bin es nicht würdig,
eurer Gemeinschaft anzugehören, ich passe nicht

dazu. Noch heute werde ich das Kloster verlassen",
stammelte er. Da verbeugte sich der Abt vor ihm und
sprach:"Auf diese deine Weise hat noch keiner von
uns Gott gelobt. Bitte bleib bei uns!"

nach einer alten Legende

Felix Breitling


Mittwoch, 14. Juli

Gesucht: Eine Frau – Ein Mann

Frau
Kommt aus Bethanien
Fleißige Hausfrau, was nicht anerkannt wurde
Hatte einen Bruder und eine Schwester 
Hat als erste Jesus als den Sohn Gottes bekannt

[Lösung: Lukas 10, 38-42; Johannes 11, 23-28]


Mann
Klein von Wuchs
War nicht sehr beliebt
War neugierig
Zeigte tätige Reue

[Lösung: Lukas 19, 1-10]


Verena Übler


Dienstag, 13. Juli

Schönheit - mit den Augen Gottes

Heute möchte ich ein Weg-Wort der Bahnhofskirche Zürich mit Ihnen teilen:

https://www.bahnhofkirche.ch/2021/07/09/schoenheit/

Carolin Lochner


 

Montag, 12. Juli

Der Monatsspruch für den Juli lautet:

Gott ist nicht ferne von einem jeden unter uns. Denn in ihm leben, weben und sind wir. (Apostelgeschichte 17,27)

Weidenkirche in Pappenheim
Bildrechte: Renate Hüttinger

Das Bild im Monatskalender der Foto AG zeigt die Weidenkirche in Pappenheim im Altmühltal. Sie ist etwas ganz besonderes, eine von wenigen Kirchen dieser Art und die erste in Bayern. Mitglieder der Evangelischen Jugend Bayern haben dort hunderte von Weidenruten angepflanzt, die seither an einem Stahlgerüst entlang in die Höhe wachsen Die einzelnen Äste verweben sich immer dichter ineinander und lassen so eine lebende grüne Kirche entstehen. An Himmelfahrt 2007 wurde sie vom Landesbischof eingeweiht und seither finden dort regelmäßig Gottesdienste statt.

Mathias Brandstätter


Samstag, 10. Juli

Einige der Jugendlichen aus der Gemeinde sind heute zur Nachkonfifreizeit nach Königsdorf gefahren. Zusammen rauskommen für ein Wochenende, zusammen übernachten, gemeinsam etwas unternehmen – jetzt ist das wieder möglich.
Ich habe die Erfahrung gemacht, dass Ortswechsel etwas verändern, in uns und im Kontakt mit anderen. Wir erleben uns selbst anders, bekommen neue Impulse, kommen auf andere Gedanken. Manche Probleme oder Konflikte lassen sich bei einem gemeinsamen Spaziergang im Wald besser lösen, als zu Hause am Küchentisch.
Ein gemeinsames Wochenende mit Lagerfeuer und Kanufahren lässt eine Gruppe mehr zusammenwachsen, als ein Treffen im Gemeindesaal.
Und kreative Ideen entstehen meistens irgendwo – nur nicht am Schreibtisch.
Es kommt dabei auch überhaupt nicht auf die Entfernung an. Die Bank im nahegelegenen Park reicht schon.

Felix Breitling


Freitag, 9. Juli

Niemand ist eine Insel

Wir kommen uns wieder näher. Wir wagen uns wieder in größere Menschenmengen. Das ist schön und komisch zugleich. Komisch, weil wir so lange im Rückzug waren und schön, weil wir Menschen doch „Herdentiere“ sind. Niemand ist eine Insel - auch wenn Hugh Grant das in dem Film “About a Boy” (nach dem Buch von Nick Hornby) zunächst von sich behauptet. Gewohnt kauzig lebt er sein Leben und kann erst gar nichts damit anfangen, dass ein 12jähriger Junge seine Freundschaft sucht. Erst nach und nach kriegt er mit, was es heißt dazuzugehören und füreinander da zu sein. Er erlebt, wie es Kraft gibt, zu helfen. Dass füreinander da sein keine lästige Aufgabe ist, sondern Lebensmut und Orientierung für das eigene Leben gibt. Das Zitat “Niemand ist eine Insel” stammt aber weder von Nick Hornby noch von Hugh Grant. Es stammt von einem Zeitgenossen Shakespeares, von John Donne (1572-1631). In einem Gedicht, oder genauer gesagt in der 12. von 23 Meditationen oder Andachtsübungen für die Notfälle des Lebens (1624), hält er uns Menschen den Spiegel vor, indem er die Eitelkeit, Bedrohtheit und Vergänglichkeit des Lebens unterstreicht. Mir gefällt, dass er im Englischen schreibt “no man is an island” und gesprochen hört es sich nicht nur wie “Insel” - “island” an, sondern auch wie “Ich - Land” - “I -Land”. Es geht also nicht nur um Einsamkeit oder Allein-Sein, sondern auch um Ich-Bezogenheit. Kein Mensch ist ein ‘Ich-Land’, kein Mensch lebt gleich einer Insel ungebunden und ist sich selbst genug (entire of itself). Und weil das so ist, ist es eben so schön, dass wir uns wieder unter die Menschen mischen können. Auch wenn es sich noch etwas komisch anfühlt. 

Verena Übler


Donnerstag, 8. Juli

"Es ist nicht wichtig, was Du betrachtest, sondern was Du siehst" steht auf einer Karte, die ich gestern von einer Freundin geschenkt bekommen habe. (Ich habe herausgefunden, dass die Worte vom amerikanischen Schriftsteller Henry David Thoreau stammen). Ein Zitat, das ich zum Nachdenken heute mit Ihnen teilen möchte.

Felix Breitling

 


Mittwoch, 7. Juli

Das Kleingedruckte ist das Wichtigste und der Teufel steckt im Detail.
Zum Beispiel bei einem Mietvertrag oder beim Autokauf. Oder zur Zeit bei den immer neu aktualisierten Corona-Regeln.
Über das Kleingedruckte kann man leicht stolpern. Und hat später das Nachsehen. 
Kleingedrucktes kann einschränken oder zu ungeahnten Forderungen führen.
Wie? Sie wollten gar keine neue Waschmaschine?
Also: Schau genau hin!
Lies dir alles gut durch. Ganz in Ruhe. Und wenn du Fragen hast – frag lieber nochmal nach.
Das macht Sinn. 
Aber für heute wünsche ich dir etwas anderes:
Den freien Himmel über dir und die Sonne im Herzen.

Verena Übler


Dienstag, 6. Juli

Suchet der Stadt Bestes

Suchet der Stadt Bestes und betet für sie zum Herrn; denn wenn ihr´s wohlgeht, so geht´s euch auch wohl. Jer 29,7 Ihr seid das Salz der Erde. Mt. 5,13

Die heutige Tageslosung traut uns viel zu, gibt uns Verantwortung. Und wirft einen Blick auf das große Ganze.

Wenn es der Stadt gut geht, geht es uns auch gut. Doch wann geht es der Stadt gut? Suchet der Stadt Bestes. Was ist Beste? Ist es dann, wenn sich viele verschiedenartige Menschen wohl fühlen? Oder dann, wenn es genügend Arbeit für alle gibt? Oder dann, wenn alle genügend bezahlbaren Wohnraum haben? Vielleicht auch dann, wenn die schönen Orte gepflegt und gehegt werden.

Ihr seid das Salz der Erde, setzt der Lehrtext dazu. Ihr macht den Unterschied, auf euch kommt es an, ob es der Stadt gut geht. Ob es den Menschen in der Stadt gut geht. Ihr seid das Salz der Erde. Als Christ*innen und als Bürger*innen dieser Stadt. Wir tragen Verantwortung – für uns und für andere in unserer Stadt, in Taten und im Gebet.

Kommen wir diesem Auftrag nach, wird es uns auch wohl gehen. So die Verheißung durch Jeremia. Machen wir uns auf! Suchet der Stadt Bestes!

Carolin Lochner


 

Montag, 5. Juli

Orgelsommer und -herbst

Orgelpfeifen der Offenbarungskirche
Bildrechte: KG Sophie Scholl

Gestern abend war das Eröffnungskonzert der diesjährigen Konzertreihe  "Orgelsommer", die seit 8 Jahren immer im Sommer in den evangelischen Münchner Hauptkirchen veranstaltet wird. In der Matthäuskirche, der Erlöserkirche, der Lukaskirche, der Himmelfahrtskirche und der Markuskirche sind nun bis zum Ende der Sommerferien insgesamt 24 Konzerte geplant. Nach der langen konzertlosen Zeit und dem sehr eingeschränkten online-Programm des letzten Jahres können die Konzerte endlich wieder in Präsenz stattfinden. Alle Konzertdaten sind unter www.muenchner-orgelsommer.de zu finden.
Ein tolles Programm, auf das ich mich schon freue. Gerade die Orgelmusik wirkt ja online durch einen Lautsprecher nur sehr eingeschränkt. Die ganze Klangfülle der Instrumente kommt erst in den Kirchenräumen zur Geltung, für die sie maßgeschneidert gebaut wurden.

In der Offenbarungskirche wollen wir nach den Sommerferien auch wieder mit Orgelkonzerten beginnen.
Dieses Jahr ist die Orgel das Musikinstrument des Jahres, und deshalb wollen wir die Königin der Instrumente, wie sie oft genannt wird, nicht nur in der Gottesdiensten zum Klingen bringen. In unserem kleinen "Orgelherbst" wird übrigens auch eine Musikerin mitwirken, die auch beim Münchner Orgelsommer dabei ist. Die Konzerttermine und WIssenswertes zur Geschichte unserer Orgel finden Sie dann im neuen Gemeindebrief, der Ende August verteilt wird.

Mathias Brandstätter


Samstag, 3. Juli

"Aber die elf Jünger gingen nach Galiläa auf den Berg, wohin Jesus sie beschieden hatte. Und als sie ihn sahen, fielen sie vor ihm nieder; einige aber zweifelten. Und Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach: Mir ist gegeben alle Gewalt im Himmel und auf Erden. Darum gehet hin und lehret alle Völker: Taufet sie auf den Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes und lehret sie halten alles, was ich euch befohlen habe. Und siehe, ich bin bei euch alle Tage bis an der Welt Ende." (Matthäus 28,16-20).
Der Taufbefehl aus dem Matthäusevangelium. Beim Lesen sind mir ein paar Worte aufgefallen, die ich bis jetzt eher überlesen hatte: „einige aber zweifelten“.
Und danach: „Jesus trat herzu, redete mit ihnen und sprach…“ Jesus spricht den Taufbefehl und seine Verheißung „Und siehe, ich bin bei Euch alle Tage bis an der Welt Ende“ zu allen – ohne Unterschied. Zu denen, die vor ihm niederfallen und zu denen die zweifeln.

Felix Breitling


Freitag, 2. Juli

Neulich war es wieder soweit. Ich will mit meiner Kreditkarte bezahlen und weiß den Pincode nicht. Jahrelang durfte ich einfach unterschreiben, jetzt brauche ich diesen Code. Den ich-weiß-nicht-wievielten Code. Natürlich habe ich ihn mir nicht notiert, denn das soll man ja nicht.
Tja, Pech gehabt. 
Wer den Code nicht hat, wer das Passwort nicht kennt, wem das „Sesam öffne dich!“ nicht einfällt, dem oder der bleiben viele Bereiche verschlossen. 
Im Josua-Buch gibt es einen Vers, der ist wie ein Code, wie ein Passwort. Er öffnet uns heutigen Menschen eine Tür zu Gott, zur Wirklichkeit und Gegenwart Gottes. Dieser Vers lautet:
„Gott spricht: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!“

Zur Zeit des Josua waren diese Worte wichtig, als das Volk Israel ins verheißene Land will. 
Mose durfte nicht hinein. Er ist an der Schwelle gestorben. Für den jungen Josua, seinen Nachfolger, ist es kein leichtes Erbe. Damit verbunden sind Unsicherheit, Veränderung, Risiko. Und genau da meldet sich Gott zu Wort. Er wiederholt und bekräftigt das Versprechen, mit dem er einst Mose ermutigte, das Volk aus der Knechtschaft zu führen: Ich lasse dich nicht fallen und verlasse dich nicht!

Vielleicht stehen wir nicht vor Herausforderungen wie damals die Israeliten. Aber egal, welche Wege vor uns liegen. Diese Zusage Gottes tut gut. Wenn wir diesen Code eingeben, sind wir geradewegs mit Gott verbunden. Und wir können uns darauf verlassen: Gott geht alle Wege mit.

Verena Übler


Donnerstag, 1. Juli

Gestern habe ich eine Karte zugeschickt bekommen, auf dem das Familienwappen einer Familie Breitling abgebildet war. Ich gehe nicht davon aus, dass ich mit der Familie verwandt bin, aber als ich mir das Wappen näher angesehen habe, habe ich mich gefragt, wie ich mein persönliches Wappen (oder das Wappen meiner Familie) gestalten würde.


Wie würden Sie Ihr Wappen gestalten?
Welche Form sollte es haben, damit es gut zu Ihnen passt?
Was möchten Sie im Wappen darstellen und welche Farben sollten darin vorkommen?
Was möchten Sie auf Ihrem Wappen von sich zeigen?
Gibt es ein Wappentier, das Ihnen wichtig ist? Oder ein Baum, eine Pflanze, eine Blume?
Haben Sie einen Wahlspruch, der Ihr Wappen zieren soll?

Felix Breitling


 

Die Texte aus früheren Monaten:

 

2021
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni

2020
März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember