Gedanken zum Tag

Samstag, 16. Oktober

„Sie werden lachen: die Bibel.“ – So hat der Schriftsteller Bertolt Brecht geantwortet, als er kurz nach dem sensationellen Erfolg seiner „Dreigroschenoper” gefragt wurde: Welches Buch hat Ihnen in Ihrem Leben den größten Eindruck gemacht? „Sie werden lachen: die Bibel.“
Unsere neuen Konfirmandinnen und Konfirmanden bekamen am vergangenen Sonntag und bekommen an diesem Sonntag im Einführungsgottesdienst zu Beginn ihrer Konfirmandenzeit jeweils eine Bibel geschenkt. Früher gab es eine Bibel oft als Geschenk zur Konfirmation. Mit Silber- oder Goldschnitt. Schnell wanderte sie ins Regal und eigentlich wollte sie doch gelesen und mit Leben erfüllt werden. Klar, natürlich gibt es Ausnahmen.

Die Bibel ist dazu da, dass wir Erfahrungen mit ihr machen, gleich von Anfang an. Deswegen schenken wir sie als Gemeinde den Konfirmandinnen und Konfirmanden zu Beginn ihrer Konfi-Zeit. Manche Geschichten werden durch Rollenspiele lebendig: "Das hat ja ganz viel mit mir zu tun". Einige Psalmen lassen sich rappen. Es gibt biblische Gestalten, die begleiten mich mein Leben lang. Die Bibel ist ein kultureller Schatz. Wer die Alte Pinakothek besucht und die Geschichten der Bibel kennt, wird deutlich mehr sehen. Und oft reicht es, einfach nur ein paar Zeilen zu lesen, denn oft enthalten sie das ganze Leben. "Ja. Sie werden lachen: Die Bibel.“

Felix Breitling


Freitag, 15. Oktober

Heute kommt der Gedanke zum Tag mal wieder aus Zürich. 
Ein Hoch auf die gelebte Ökumene. Neugierig und angstfrei.

https://www.bahnhofkirche.ch/2021/10/07/viele-koechinnen-und-koeche/

Verena Übler


Donnerstag, 14. Oktober

DeichWatt
Bildrechte: Hildegard Heim

Abends auf dem Deich
nur leises Knistern im Watt
die Stille durchbricht

Hildegard Heim


Mittwoch, 13. Oktober

„Gott spricht: Wenn ihr mich von ganzem Herzen sucht, so will ich mich finden lassen.“
Jeremia 29, 13-14

Pablo Picasso über das Suchen und Finden:

Ich suche nicht – ich finde. Suchen, das ist das Ausgehen von alten Beständen und das Finden-Wollen von bereits Bekannten. Finden, das ist das völlig Neue.
Alle Wege sind offen, und was gefunden wird, ist unbekannt. Es ist ein Wagnis, ein heiliges Abenteuer.
Die Ungewissheit solcher Wagnisse können eigentlich nur jene auf sich nehmen, die im Ungeborgenen sich geborgen wissen, die in der Ungewissheit geführt werden, die sich vom Ziel ziehen lassen und nicht selbst das Ziel bestimmen.

Verena Übler


Dienstag, 12. Oktober

Was wollen wir eigentlich?

Auf einer Fachtagung der evangelischen Schüler*innenarbeit wurde diese Frage diskutiert. Was will die evangelische Kirche in der Schule? Klar, es gibt in Bayern konfessionellen Religionsunterricht. Das ist derzeit (noch) gesetzt. Doch wie füllt die evangelische Kirche diesen Auftrag in und an der Gesellschaf t im Religionsunterricht aus? Was ist dabei das klare evangelische Profil, das auch für andere nachvollziehbar ist?

Darüber hinaus engagiert sich die Kirche durch die evangelische Jugendarbeit in der Schule z.B. bei den Tagen der Orientierung, bei Angeboten im Ganztag und in der Schulsozialarbeit. Doch auch hier stellte sich auf der Tagung vor allem den Teamer*innen die Frage: Woran zeigt sich darin das evangelische Profil? Was macht uns anders im Vergleich zu Angeboten der AWO etc.? Eine Frage, die ich gerne übertagen möchte.

Was macht uns Evangelische anders als andere in der Gesellschaft. Ein kleiner Versuch..

  • Demut gegenüber dem Leben
  • ein freundlicher Umgang miteinander
  • ein anderes Vokabular im Gespräch mit anderen
  • ein Wissen um das Aufgehobensein in Gottes Hand
  • ein Leben im Vertrauen auf das Gute im Leben

Sicherlich könnten Sie das noch ergänzen. Doch woran würden andere diesen Unterschied erkennen?

Ich finde das gar nicht so leicht, aber ich denke, es lohnt sich, darüber ins Gespräch zu kommen, sich darüber auszutauschen, Worte dafür zu finden, sprachfähig zu sein. Vielleicht ist das der erste und entscheidende Schritt, der (wieder) gegangen werden muss.

Carolin Lochner


Montag, 11. Oktober

GOTT.VOLL

Vor einigen Tagen habe ich ein besonderes Kartenset geschenkt bekommen.
Es heißt GOTT.VOLL und besteht aus 40 Kärtchen, die dabei helfen sollen, aufmerksam(er) durch den Alltag zu gehen. Auf jeder Karte sind Fragen oder Aufforderungen formuliert, die dazu anregen, die Umgebung und Mitmenschen besser wahrzunehmen.
Als ein Beispiel:
"Suche dir heute einen Ort in Deiner Nachbarschaft und nimm dir 15 Minuten, um dort still zu sein.
Was nimmst du an diesem Ort wahr? Begegnen dir Menschen? Auf welchem Weg sind sie wohl? Begegnet dir Gott? Auf welchem Weg ist er wohl?"


Eine Viertelstunde an einem Ort aufmerksam verbringen - dabei konnte ich wirklich eine ganze Menge beobachten, obwohl ich an diesem Ort zuvor schon unzählige Male vorbei gekommen war. Und es hat mich überrascht, wieviel mehr ich wahrgenommen habe, nur weil ich diesmal ganz bewusst und mit ungeteilter Aufmerksamkeit gesehen und gehört hatte, was um mich herum passierte.
Eigentlich eine ganz leichte Übung, probieren Sie es doch einfach mal selbst aus!

Mehr Informationen über das Kartenset sind im Internet unter http://www.gottvoll.de/ zu finden

Mathias Brandstätter


Samstag, 9. Oktober

Leben! Bis zum Schluss.

Heute am 9. Oktober ist Welthospiztag. „Leben! Bis zum Schluss.“ lautet das diesjährige Motto des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e.V.
Auf der Internetseite des Verbands heißt es zur diesjährigen Kampagne: „Die zentrale Idee ist es, die Menschen, die gut begleitet verstorben sind, selbst zu Wort kommen zu lassen. Unsere Grundaussage „Das Leben kann gut zu Ende gehen, ohne es künstlich zu verlängern oder zu verkürzen, aber gut hospizlich begleitet und palliativ versorgt.“ wird anhand von Zitaten von Menschen illustriert, die von uns begleitet ein gutes Leben bis zum Schluss geführt haben:

„Ich bin tot und hatte bis zuletzt nie das Gefühl, jemandem zur Last zu fallen. Im Hospiz war ich umsorgt und willkommen.“ † Heiner K. 20212

Ich bin tot. Ich hatte Krebs und habe um ein großes Messer gebeten, um Schluss zu machen. Gut, dass ich es nicht getan habe, so konnte ich von meinen Freunden Abschied nehme und eine letzte Runde ausgeben.“ Bruno W. † 2002

Ich bin tot. Am Anfang meiner Krankheit hatte ich Angst, allein sterben zu müssen. Klaus vom Hospizdienst war dann aber bis zuletzt für mich da.“ Erdal Y. † 2021

Ich bin tot. Dank meiner Palliativärztin hatte ich ein friedliches Sterben – ohne dass mein Leben verkürzt wurde.“ Marlis N. † 2017

Ich bin tot. Als es auf das Ende zuging, wollte ich vom Dach springen. Dass ich es nicht getan habe, war richtig, denn vor dem Tod habe ich nach 15 Jahren meine Enkeltochter wiedergefunden.“ Irma L. † 2004

Nähere Informationen zur Arbeit des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbands e.V. finden Sie unter:

https://www.dhpv.de/start.html

Felix Breitling


Freitag, 8. Oktober

Licht, Liebe, Leben

Das war das selbstgewählte Lebensmotto von Johann Gottfried Herder (1744 – 1803). 
Auf einer Studienreise in dieser Woche war ich in Weimar in der Stadtkirche St. Peter und Paul an seinem Grab. Auf der Grabplatte ist dieses Motto in einem Medaillon verewigt (siehe Foto). Abgebildet sind ein  Ring, den eine Schlange bildet, die sich in den Schwanz beißt (= Symbol für Ewigkeit), die beiden griechischen Buchstaben A und O (Alpha und Omega = Symbol für Jesus Christus), die drei Begriffe Licht, Liebe, Leben und eine Sonne mit Strahlenkranz (= Licht) um den Kopf der Schlange. 
Herder war so etwas wie ein Universalgelehrter und zählte zu den „großen Vier“ der Weimarer Klassik (Goethe, Schiller, Wieland, Herder). Er war weitgereist, lebte an verschiedenen Orten in Europa bis er sich dann für die letzten 27 Jahre seines Lebens in Weimar niederließ. 
In seinen Veröffentlichungen strebte er nach einer Verbindung von Intellektualität und Religion. Damit legte er gewissermaßen einen Grundstein für die aufgeklärte Kulturphilosophie in Europa.
Sein Motto ist dem Johannesevangelium entnommen. Drei Verse führen die Begriffe „Licht, Liebe, Leben“ genauer aus. Jesus Christus spricht in diesen Versen eindrücklich von sich selbst und wie der Glaube an ihn bzw. die Nachfolge das Leben von uns Menschen reich macht bis in alle Ewigkeit: 

Ich bin das Licht der Welt. Wer mir nachfolgt, wird nicht wandeln in der Finsternis, sondern wird das Licht des Lebens haben. [Johannes 8, 12]

Das ist mein Gebot, dass ihr euch untereinander liebt, wie ich euch liebe. [Johannes 15, 12]

Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt.; und wer da lebt und glaubt an mich, wird nimmermehr sterben. [Johannes 11, 25f.]

Verena Übler


Donnerstag, 7. Oktober

Gregorio, mein Mitbewohner aus dem Tessin, konnte genau zwei Gerichte kochen: Spaghetti Carbonara und Risotto. Und beides war sehr gut!
Früher dachte ich bei Risotto immer an eine Art Reispampe, an einen verkochten Batz. Aber seit ich mein erstes Risotto von Gregorio erlebt habe, ist es eines meiner Lieblingsessen.
Ein Risotto braucht Zeit, Liebe und Geduld. Für mich ist die Zubereitung eines Risottos etwas sehr Erholsames.
Als erstes bereite ich eine Brühe vor: Gemüsebrühe, Hühnerbrühe, Fleischbrühe – ist die Brühe selbstgemacht, steigert das natürlich auch die Qualität des Risottos. Instant geht aber auch.
Dann schwitze ich eine ganz fein geschnittene Zwiebel (manche nehmen auch noch fein gehackten Knoblauch dazu) in etwas Butter bei nicht zu hoher Temperatur an.
Dann kommt der Reis dazu - Achtung: Nicht irgendein Reis. Es muss ein stärkehaltiger Reis sein, Arborio, Carnaroli, Vialone Nani. Der Reis wird leicht „angeröstet“ bis er zart glasig ist, damit die Stärke gebunden wird. Jetzt kann man den Reis mit etwas Weißwein ablöschen, aber es geht auch ohne. Ich gieße mittlerweile oft gleich etwas Brühe dazu und verzichte auf den Wein.
Wichtig ist, dass der Reis nicht in Brühe schwimmt. Immer nur so viel (warme!) Brühe dazugießen, wie der Reis aufnehmen kann. Und dann bei mittlerer Hitze immer wieder leicht rühren.
Auf keinen Fall darf man ein Risotto vor sich hin köcheln lassen und währenddessen etwas Anderes tun – das verzeiht einem ein Risotto nicht. Wie gesagt: Zeit, Liebe und Geduld.
Fertig ist das Risotto, wenn der Reis noch einen leichten Biss hat und das ganze schön cremig ist. Profis schwenken den Topf und wenn sich eine Welle bildet, allonda, hat das Risotto die perfekte Konsistenz. Aber Sie werden merken, nach einigen Risotti entwickeln Sie ein Gefühl für den richtigen Zeitpunkt.
Beim klassischen Risotto hebe ich dann noch ein ordentliches Stück Butter und frisch geriebenen Parmesan unter.
Und dann gibt es natürlich noch alle möglichen Kombinationen: Ein Risotto milanese mit Safran, ein Pilzrisotto, toll im Herbst ist auch ein Kürbsirisotto …
Danke Gregorio, dass Du mir die Welt des Risottos eröffnet hast! (Und die der Spaghetti carbonara!)

Felix Breitling


Mittwoch, 6. Oktober

"Sich an den einfachen Dingen des Lebens zu erfreuen, bedeutet, sein Leben zu genießen."

> aus Japan <

Eibsee C. Bästlein
Bildrechte: C. Bästlein

Diesen Wunsch gab mir eine Kollegin vor zwei Jahren mit auf den Weg ins neue Lebensjahr.
Ich konnte gute Wünsche gut gebrauchen, denn ich hatte kurz zuvor einen geliebten Menschen verloren und stellte vieles in Frage, wusste, dass da eine Lücke bleibt, die sich nie ganz schließen würde.
Aber: wir haben es selbst in der Hand, denn unser Blickwinkel auf die Dinge ist entscheidend, schon morgens, wie der Tag wird und sich entwickelt. Coaches sagen gerne: ist das Glas halbvoll, bist du ein Optimist, ist es dagegen halbleer, bist du ein eher pessimistischer Zeitgenosse. Keiner von uns ist wohl eines in „Reinform“.
Seit es den „Gedanken zum Tag“ gibt, habe ich mir angewöhnt, ihn in meinen Tagesbeginn zu integrieren, gleich nach oder sogar vor dem Lesen der Tageslosung, die ja auch auf unserer Internetseite zu finden ist (Herrnhuter Brüdergemeine).  
Die Anregungen lassen mich immer wieder erahnen: ich muss gar nicht für alles selbst verantwortlich sein, denn da ist einer, der immer für mich da ist und der auch Zweifel zulässt. 
So kann ich mich an „Kleinigkeiten“ erfreuen: ob es ein Marienkäfer ist, der sich im Spätsommer auf meinen Arm verirrt hat, das Morgen- oder Abendrot oder die Wolkengebilde in einem zartrosa Farbton, die mich an das Deckenfresko der Sixtinischen Kapelle in Rom erinnern. Ich habe Grund, dankbar zu sein. Was ist Ihr „Hoffnungsanker“? 

Cornelia Bästlein


Dienstag, 5. Oktober

Meine Kirche...

bietet viel Platz und Raum

  • für mich
  • für Menschen in Not und Traurigkeit
  • für Menschen, die nach Gott fragen und suchen
  • für Kreativität, Neugier, Mut und Freiräume
  • für Freude, Freundschaft und Humor
  • für Feiern zu verschiedenen Anlässen
  • für das Leben in seiner Fülle
  • für Engagement und Organisationstalent
  • für Gott. Vor allem für ihn.

Wie sieht es mit Ihrer Kirche aus? Wofür bietet sie Platz?

Carolin Lochner


Montag, 4. Oktober

Auf der Internetseite der Bahnhofkirche Zürich gibt es täglich einen Impuls, ein kurzes Weg-Wort (https://www.bahnhofkirche.ch/weg-wort/).
Vor ein paar Tagen stand darin eine Geschichte, in der ein Mann am Strand einen Jungen beobachtete, der Seesterne, die vom Meer auf den trockenen Sand gespült wurden, wieder ins Wasser zurück warf. Der Mann machte den Jungen darauf aufmerksam, dass es bei der Vielzahl der Seesterne doch keinen Unterschied mache, wenn ein paar wenige gerrettet würden. Der Junge meinte darauf, dass er sicher nicht alle retten könne, aber für den einen, den er gerade zurück ins Wasser warf, für den würde es einen Unterschied machen.
Dazu fällt mir der Spruch ein: "Wer ein Tier rettet, der verändert nicht die Welt. Aber die ganze Welt verändert sich für dieses eine Tier."
Gerade heute passt das sehr gut, denn es ist der Welttierschutztag, der seit 90 Jahren immer am 4. Oktober begangen wird.

Nicht nur an diesem einen Tag sollten wir uns Gedanken darüber machen, wie wir mit unseren Mitgeschöpfen, den Tieren umgehen, vor allem mit den sogenannten Nutztieren.
Unser Ernährungsverhalten und der Druck auf die Bauern, Fleisch zu möglichst niedrigen Preisen zu produzieren: das alles führt dazu, das die Nutztiere nur ein Kostenfaktor sind. Massentierhaltung und Tiertransporte durch halb Europa, um die Kosten zu senken, das ist nur ein Teil der Folgen.
Sicher, wir als Einzelne können nicht gleich die Welt verändern, wenn wir unseren Fleischkonsum verringern. Aber es ist ein erster kleiner Schritt auf dem Weg zu einer besseren und nachhaltigeren Welt.

Mathias Brandstätter


Samstag, 2. Oktober

Ein Wunder dieser Busch vor unserer Tür.

Duftend.

Voll von Bienen.

Schmetterlinge, von denen ich dachte, es gibt sie nicht mehr.

Schnecken, die sich in ihm niederlassen.

Die Herrlichkeit des HERRN bleibe ewiglich,

der HERR freue sich seiner Werke.

Felix Breitling


Freitag, 1. Oktober

Mit Herz und Vernunft

Als sich der Prophet ankündigte kamen viele Menschen in die Wüste, um ihn zu hören. Ein Mann war unter ihnen, der besonders aufmerksam lauschte. Er betete voll Inbrunst und gab sich im Glauben vollkommen hin. Am Abend verließ er den Propheten. Es dauerte aber nicht lang, da kam er wieder zurück, vollkommen aufgeregt und außer sich: „Großer Prophet, heute morgen kam ich auf meinem Kamel hierher, um dich, den Mann Gottes zu hören. Jetzt ist mein Kamel weg. Ich war dir so gehorsam, habe jedes Wort deiner Belehrung aufgenommen und ganz auf Gottes Allmacht vertraut. Nun ist mein Kamel weg. Ist das die Gerechtigkeit Gottes? Ist das die Belohnung für meinen Glauben? Ist das der Dank für meine innigen Gebete?“
Der Prophet blieb ganz ruhig, hörte dem aufgeregten Mann zu und antwortete gütig lächelnd: „Binde dich im Glauben fest an Gott, aber binde auch mit Vernunft dein Kamel an einen Pflock!“

(Arabische Legende)

Verena Übler


Donnerstag, 30. September

Gestern habe ich ein spannendes Kartenset geschenkt bekommen: „GOTT.VOLL – 40 Tage aufmerksam durch den Alltag“ heißt es. Auf 40 kleinen Karten stehen Impulse für den Alltag. Einer lautet: Überlege heute, welche Lieder dir in den Sinn kommen, wenn du durch dein Viertel gehst. Ist die Melodie deines Viertels eher in Dur oder in Moll? Was könnte der „Soundtrack“ deines Viertels sein? Eine Melodie und ein Soundtrack sind mir zu meinem Viertel noch nicht eingefallen, aber ich habe vor einiger Zeit ein Lied von Georg Ringsgwandl mit dem Titel "Nix mitnehma" entdeckt. In diesem Lied geht es darum, dass niemand, ob reich oder arm, erfolgreich oder nicht, von dieser Welt irgendetwas mitnehmen kann:

„Da oane trinkt aus da Moccatass, da anda ausm Humpn,
da oane geht in Seide, da anda geht in Lumpn,
da oane, der frißt hartes Brot, da anda Kaviar,
da oa fahrt mit dem Radl, und da anda Jaguar,
doch den derf er net mitnehma,
naa, den derf er net mitnehma,
und er winselt zwar zum Deife,
und er jammert zum liabn Gott,
doch der sogt: hey, net mitnehma!“

Und dann, jetzt kommt`s, lautet eine Strophe:

„Hey, du konnst im Superschwergewicht Boxweltmoasta sei,
oder hast an Würschtlstand draußd in Berg am Laim,
doch den derfst du net mitnehma,
naa, den derfst du net mitnehma,
frog amoi an Deifi, frog an liabn Gott,
net mitnehma!“

Und seit ich dieses Lied gehört habe, frage ich mich immer wieder, wo denn wohl dieser Würschtlstand in Berg am Laim war (oder ob ihn Ringsgwandl nur erfunden hat – vielleicht schicke ich ihm mal eine Mail und frage ihn). Falls es diesen Würschtlstand jemals gegeben haben sollte und Sie möglicherweise sogar wissen, wo er stand – bitte sagen Sie es mir.

Übrigens: Sein nächstes Konzert spielt Ringsgwandl am 13. November im Jakobmayer in Dorfen und einen Mitschnitt von „Nix mitnehma“ aus dem Jahr 1990 können Sie sich hier ansehen:

https://www.youtube.com/watch?v=PciJreaXQH4

Felix Breitling


Mittwoch, 29. September

Es müssen nicht Männer mit Flügeln sein, die Engel…
So beginnt ein Gedicht von Rudolf Otto Wiemer. Recht hat er. In der Bibel wird über das Aussehen der Engel gar nichts gesagt. Allenfalls über diverse Accesoires, wie z.B. einem Schwert oder einer Trompete. 
Heute ist Michaelistag. Im Mittelpunkt steht der Erzengel Michael. Sein Name endet auf -el und das bedeutet auf Hebräisch: Gott. Genau übersetzt heißt er also: Wer ist wie Gott? 
Das ist nicht unwichtig, denn es ist ein Hinweis darauf, dass ein Engel fest mit Gott verbunden ist. In der Bibel stehen nicht die Engel im Mittelpunkt, sondern sie weisen mit ihren Botschaften immer auf den hin, von dem die Botschaft kommt: auf Gott. So gesehen musste Michael sich also auch keine Gedanken über seine Erscheinung machen. Entscheidend ist die Botschaft. 
Am Beginn des Herbstes, jetzt, wenn die Tage kürzer werden und das Licht abnimmt, da tut es gut zu wissen, dass Gott auch in dunklen Zeiten da ist. So wie es im Psalm 91, 11-12 heißt:
 „Denn Gott hat seinen Engeln befohlen, dass sie dich behüten auf allen deinen Wegen. Dass sie dich auf den Händen tragen und du deinen Fuß nicht an einen Stein stößt.“

Verena Übler


Dienstag, 28. September

Herbstzeit - wie farbenfroh!

Carolin Lochner


Montag, 27. September

Zeitlose Musik

Orgelpfeifen der Offenbarungskirche
Bildrechte: KG Sophie Scholl

Am vergangenen Samstag fand in der Offenbarungskirche nach langer Corona-bedingter Unterbrechung wieder ein Orgelkonzert statt. Das erste seit über 1 1/2 Jahren, sozusagen ein "Come back" - und das war es auch für einen der beiden Musiker, der in den 1970-Jahren einen Teil seiner Kindheit und Jugend im Pfarrhaus neben der Offenbarungskirche verbracht hatte.

Noch viel weiter zurück in die Vergangenheit ging das Konzertprogramm, denn einige der Werke stammten aus dem 16. und 17. Jahrhundert.
Ich finde es faszinierend, dass Musik, die vor so langer Zeit entstanden ist, uns heute immer noch anspricht. Der Alltag und die Lebensumstände der Menschen damals unterschied sich ja enorm in all seinen Facetten von unserem heutigen Leben. Bestimmt wäre alles extrem fremd für uns, wenn wir in einer Zeitreise dorthin zurückversetzt würden - nur die Musik wäre uns teilweise vertraut. Denn viele der Melodien und Harmonien, die damals komponiert wurden, haben die Zeiten überdauert. Sie sind heute immer noch präsent und aus unserem kulturellen Leben nicht wegzudenken.

Wenn wir die Werke z.B. eines Dietrich Buxtehude hören, der seine Kindheit während des 30-jährigen Krieges verbrachte, dann machen wir sozusagen eine akkustische Zeitreise. Denn seine Zeitgenossen haben genau das gleiche Präludium gehört, wie wir am Samstag. Und offensichtlich hat es ihnen damals auch gefallen, denn Buxtehude war ein berühmter und gefeierter Komponist, dessen Werk deshalb erhalten blieb und nicht verloren ging.

Musik ist eine universelle Sprache, die Zeit-, Sprach- und Ländergrenzen überschreitet. Was wird wohl in 300 oder 400 Jahren von unserer heutigen Musik noch erhalten sein und gespielt werden?

Mathias Brandstätter


Samstag, 25. September

Die Sehnsucht nach der Sehnsucht

Ein junger Jude sagte zum Rabbi: „Ich möchte zu dir kommen und dein Schüler werden.“ Da antwortete der Rabbi: „Gut, das kannst du, ich habe aber eine Bedingung. Du musst mir eine Frage beantworten: Liebst du Gott?“
Da wurde der Schüler traurig und nachdenklich. Dann sagte er: „Eigentlich lieben, das kann ich nicht behaupten.“ Der Rabbi sagte freundlich: „Gut, wenn du Gott nicht liebst, hast du dann etwa Sehnsucht ihn zu lieben?“
Der Schüler überlegte eine Weile und erklärte dann: „Manchmal spüre ich diese Sehnsucht sehr deutlich, aber meistens habe ich soviel zu tun, dass die Sehnsucht im Alltag untergeht.“ Da zögerte der Rabbi und sagte dann: „Wenn du die Sehnsucht, Gott zu lieben, nicht so deutlich verspürst, sehnst du dich dann vielleicht danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben?“
Da hellte sich das Gesicht des Schülers auf und er sagte: „Genau das habe ich. Ich sehne mich danach, diese Sehnsucht zu haben, Gott zu lieben.“ Der Rabbi entgegnete: „Das genügt. Du bist auf dem Weg.“
(Autor*in unbekannt)

Felix Breitling


Freitag, 24. September

Und schon ist sie wieder vorbei, die Urlaubszeit. Jedenfalls für die meisten von uns. Ruckzuck ist der Alltag zurück und mit ihm manch Hetzerei, Termindruck und sich überschlagenden Anforderungen. Gefühlt ist der Urlaub schon wieder ganz weit weg.  
Wie schafft man es, das Ausgeruhtsein im Alltag zu erhalten? 
Plutarch von Chäronea (45-120), griechischer Philosoph, Historiker und Konsul von Griechenland sagt: „Erholung ist die Würze der Arbeit“.
Ich verstehe das so: Wenn ich koche, würze ich jedes Essen. Ich würze nicht nur einmal im Jahr ein Festtagsgericht. Die Würze gehört immer dazu. Mit der Erholung ist es genauso. Ein Urlaub im Jahr reicht nicht für ein ausgeglichenes, entspanntes Leben. Unser Alltag muss mit Erholung gewürzt werden, sonst wird alles fad. Wie die dann ausschaut, müssen Sie für sich selbst entdecken. Das kann die feste Zeit für’s gemütliche Zeitunglesen sein, der tägliche Spaziergang nach dem Mittagessen, einmal im Monat auf den Berg, das Singen im Chor, das für keinen Alternativ-Termin aufgegeben wird oder der Ausstellungsbesuch am Wochenende mit Kaffee und Kuchen im Museumscafé.
Und natürlich, last but not least, kann das auch der Gottesdienstbesuch am Sonntag sein. Probieren Sie’s aus!

Verena Übler


Donnerstag, 23. September

Haben Sie heute morgen gut gefrühstückt? Oder sind Sie schnell aus dem Bett gesprungen, haben einen schnellen Kaffee getrunken, und dann nichts wie los?
Oder haben Sie eine Stunde entspannt im Bad verbracht? Wie haben Sie heute morgen angefangen?
Das Anfangen ist eine Kunst und irgendwie sind wir ständig Anfänger – jeden Morgen fangen wir an.
Auf der einen Seite heißt es: Aller Anfang ist schwer.
Auf der anderen: Jedem Anfang wohnt ein Zauber inne.
Anfänge sind meistens zweideutig. Neue Chancen, ungeahnte Möglichkeiten auf der einen Seite, Unsicherheit, Anstrengung auf der anderen Seite.
Es gibt auch Anfänge, die sind unfreiwillig – es hätte gerne so bleiben können, es kommt anders. Anfänge mit einer Lebenssituation, die ich mir nicht ausgesucht habe.
Die Bibel ist ein Buch von Anfängerinnen und Anfängern: Adam und Eva, die ersten Anfänger, Noah, der noch nie eine Arche gebaut hat, Abraham, der aus seinem Vaterland aufbrechen soll in ein unbekanntes Land, das Gott ihm zeigen will. Und Mose, der aufbricht zusammen mit seinem Volk, etwas anfangen soll, von dem er nicht weiß, wie es ausgeht. Rut, die mit ihrer Schwiegermutter Naomi, mitgeht und eine Geschichte anfängt, deren Ende sie nicht kennt. Der Zöllner Levi, der alles stehen und liegen lässt, mit Jesus mitgeht und ein komplett neues Leben anfängt. Lauter Anfängergeschichten und bei weitem nicht alle.
Anfangen braucht immer wieder eine Menge Vertrauen, weil ich beim Anfangen meistens nicht weiß, was auf mich zukommt und wie es ausgeht.
Die Anfängergeschichten der Bibel sind keine Geschichten, in denen alles immer nur glatt läuft.
Aber es sind Geschichten davon, dass wir nie alleine anfangen und den neuen Weg alleine gehen.

Felix Breitling


Mittwoch, 22. September

Die Stimme ist das Kostbarste, was wir haben!

So war neulich ein Zeitungsartikel überschrieben. Mein erster Gedanke war natürlich, dass es in dem Artikel um die bevorstehende Bundestagswahl geht. Dem war aber nicht so, es ging nämlich um Musik. Genauer gesagt um den Komponisten Heiner Goebbels, der beim Musikfest Berlin gefeiert wurde.
Abwegig finde ich meine Assoziation aber nicht. Es ist ein hohes Gut, dass wir innerhalb der demokratischen Strukturen hier das Recht und die Pflicht haben, unsere Stimme abzugeben. Damit tragen wir einen Teil für ein gelingendes Zusammenleben bei. Unsere Stimme zählt. Das ist nicht überall so. Und auch bei uns war es nicht immer so. Wer während des zweiten Weltkriegs die Stimme erhob, musste das nicht selten mit dem Leben bezahlen. 
Kommenden Sonntag gehen wir dem im Abendgottesdienst ein wenig nach. Er steht unter dem Motto: „Sophie Scholl – Demokratie“ (26.9. / 18 Uhr / Rogatekirche).

Verena Übler


Dienstag, 21. September

Arbeitsteilung - keine Erfindung der Moderne

Die Gnadengaben im Dienst der Gemeinde
3 Denn ich sage durch die Gnade, die mir gegeben ist, jedem unter euch, dass niemand mehr von sich halte, als sich's gebührt, sondern dass er maßvoll von sich halte, wie Gott einem jeden zugeteilt hat das Maß des Glaubens. 4 Denn wie wir an einem Leib viele Glieder haben, aber nicht alle Glieder dieselbe Aufgabe haben, 5 so sind wir, die vielen, ein Leib in Christus, aber untereinander ist einer des andern Glied. 6 Wir haben mancherlei Gaben nach der Gnade, die uns gegeben ist. Hat jemand prophetische Rede, so übe er sie dem Glauben gemäß. 7 Hat jemand ein Amt, so versehe er dies Amt. Ist jemand Lehrer, so lehre er. 8 Hat jemand die Gabe, zu ermahnen und zu trösten, so ermahne und tröste er. Wer gibt, gebe mit lauterem Sinn. Wer leitet, tue es mit Eifer. Wer Barmherzigkeit übt, tue es mit Freude.

Röm.12, 3-8

Carolin Lochner


Montag, 20. September

Vogelzug

Der Herbst beginnt und nun sammeln sie sich wieder, um in den nächsten Wochen und Monaten zum Überwintern in wärmere Länder zu fliegen - die Zugvögel.
Vor ein paar Tagen konnte ich diesen Starenschwarm beobachten, der aus vielen hundert Vögeln bestand und sich malerisch auf einer Stromleitung versammelt hatte

Die Stare zieht es meistens in den westlichen Mittelmeerraum, zählen also nicht zu den Langstreckenfliegern. Im Gegensatz zu anderen Vögeln, wie z.B. dem Kuckuck und den Störchen, die um die halbe Welt bis in den Süden Afrikas fliegen. Es ist mehr als erstaunlich, was diese Vögel leisten, um manchmal Tausende von Kilometern zurückzulegen. Und es ist eine fantastische Orientierungsleistung, wenn sie im Frühjahr dann oft punktgenau wieder in den gleichen Ort zurückkommen. Sie orientieren sich unterwegs an Flüssen und Bergen, nachts an den Sternen und dem Mond, eventuell sogar am Magnetfeld der Erde oder an unterschiedlichen Gerüchen der Länder und Landschaften.   
Aber in Zukunft wird sich das ändern, denn die Erderwärmung hat auch Auswirkungen auf den Vogelzug. Zum Teil sieht man Zugvögel in den milderen Wintern ganz bei uns bleiben oder der Zeitpunkt des Abflugs und die Rückkehr im Frühjahr verschieben sich. Für andere Zugvögel werden die Strecken dagegen deutlich länger und damit anstrengender, weil sich Brutgebiete weiter in den kühleren Norden verschieben, während die Winterquartiere in Afrika unverändert bleiben. Auch verschwinden wichtige Zwischenstationen, die seit Jahrhunderten von den Zugvögeln genutzt werden, durch die klimatischen Veränderungen.
Durch all diese Änderungen passen die über viele Tausend Generationen optimierten zeitlichen Abläufe nicht mehr richtig zusammen. Und durch die dramatische Geschwindigkeit, in der dies in unserer Zeit passiert, ist es für viele Vogelarten kaum möglich, sich so schnell darauf ein- und umzustellen. Sie sind ja schon durch das Verschwinden von Lebensräumen und Verlust von Nahrungsquellen bei uns stark in Mitleidenschaft gezogen und in ihren Beständen gefährdet.
Es lässt sich nicht übersehen, dass die Vielfalt an Vögeln immer mehr verschwindet. Droht uns deshalb irgendwann ein "stummer Frühling", ganz ohne Vögel? Oder zumindest mit nur noch ganz wenigen Vogelarten?
Wir wissen es nicht. Aber es liegt an uns, es nicht soweit kommen zu lassen.

Mathias Brandstätter


Samstag, 18. September

Aufbruch2
Bildrechte: Felix Breitling

„Aufbruch“ heißt diese Holzskulptur des Künstlers Walter Green im Ratzeburger Dom.
Der Kopf der einen Figur liegt auf der Brust der anderen. Für einen Aufbruch müssten sie sich voneinander lösen.
Je länger ich die beiden Figuren betrachte, sehe ich den Moment des Abschieds, des Auseinandergehens.
Der Moment, in dem die eine Gestalt der anderen einen Segen mit auf den Weg gibt. Vielleicht ein Kuss auf den Kopf.
Komm brich auf. Es ist Zeit, dass Du gehst. Hab Vertrauen. Sei behütet.

Mit einem anderen Blick auf die beiden Figuren sehe ich in der linken Figur einen Engel, der zu seinem Gegenüber sagt:
Geh, mach dich auf den Weg, du bist nicht allein. Du bekommst die Kraft, die Du brauchst für Deinen Weg. Ich werde bei Dir sein.

Was sehen Sie? (Wenn Sie auf das Bild klicken, sehen Sie es im Großformat)

Felix Breitling


Freitag, 17. September

Mit dem Kopf in den Wolken

Im April habe ich schon mal über den „Schau in den Himmel Tag“ geschrieben. Neulich bin ich wieder auf etwas sehr Interessantes gestoßen. In England wurde 2005 die „Gesellschaft für Wertschätzung der Wolken“ – „Cloud Appreciation Society“ gegründet.
In diesem Verein haben sich weltweit in 120 Ländern über 50.000 Personen zusammengefunden, um ihre Begeisterung für Wolken zu teilen. Begeisterung ist viel zu wenig, es ist eine Leidenschaft, eine Passion, es ist Liebe die sie verbindet. 
Eine Website gibt es natürlich auch:  https://cloudappreciationsociety.org/
Hier wird jeden Tag ein Foto der Wolke des Tages präsentiert. Dazu gibt es unzählige Seiten mit Fotos und Videos der unterschiedlichsten Wolkenformationen. Man kommentiert diese, fachsimpelt, schwärmt, genießt. Wolken sind einfach großartig!
In der Bibel finden sich über 50 Verse, in denen Wolken vorkommen. Nicht selten wird Gott in ihnen vermutet, und in der Tat nutzt Gott sie auch selbst, um mit den Menschen zu kommunizieren.
Im 2. Buch Mose 13, 21 heißt es:
„Und Gott zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule, daß er sie den rechten Weg führete, und des Nachts in einer Feuersäule, daß er ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht.“
Diese Wolkensäule hätte ich auch gern gesehen. Dem Volk Israel hat sie Mut gemacht auf ihrer Reise ins gelobte Land.
Welche Zeichen weisen Ihnen den Weg?

Verena Übler


Donnerstag, 16. September

Zwei neue Klassen habe ich im Religionsunterricht. Heute habe ich erstmal versucht, mir die Namen der Schülerinnen und Schüler einzuprägen.
Ich nehme mir zu Beginn des neuen Schuljahres vor, dass ich jedes Kind möglichst bald mit seinem Namen ansprechen kann:
Du bist wichtig. Du, mit Deinem Namen. Dein Name hat eine Bedeutung, für Dich, für Deine Eltern, bei Gott.
„Ich habe Dich bei Deinem Namen gerufen …“
heißt es beim Propheten Jesaja.
Du bist von Gott gemeint, mit Deinem Namen, mit Deinen Augen, mit Deinem Gesicht. Du. Unverwechselbar.

Felix Breitling


Mittwoch, 15. September

Herr, ich werfe meine Freude wie Vögel an den Himmel.
Die Nacht ist verflattert, und ich freue mich am Licht.

Deine Sonne hat den Tau weggebrannt
vom Gras und von unseren Herzen.
Was da aus uns kommt, was da um uns ist
an diesem Morgen, das ist Dank.

Herr, ich bin fröhlich heute am Morgen.
Die Vögel und Engel singen, und ich jubiliere auch.
Das All und unsere Herzen sind offen für deine Gnade.
Ich fühle meinen Körper und danke.
Die Sonne brennt meine Haut, ich danke.
Das Meer rollt gegen den Strand, ich danke.
Die Gischt klatscht gegen unser Haus, ich danke.

Herr, ich freue mich an der Schöpfung
und dass du dahinter bist und daneben
und davor und darüber und in uns.

Ich freue mich, Herr,
ich freue mich und freue mich.

[Aus Westafrika]

Verena Übler


Dienstag, 14. September

3 G mal anders

Gestärkt Gelobt Gesegnet

Gestärkt durch ein gutes Frühstück, einen Spaziergang am Morgen, gestärkt durch Gottes Wort, wie durch die Losung des heutigen Tages: Selig sind die Barmherzigen; denn sie werden Barmherzigkeit erlangen. (Matthäus 5,7)

Gelobt: Heute schon Gott gelobt? Vielleicht kurz und knapp mit Psalm 89, 53: Gelobt sei der HERR ewiglich! Amen! Amen!

Gesegnet so wie Abraham gesegnet war und Gott ihm versprach: Ich will segnen, die dich segnen, und verfluchen, die dich verfluchen; und in dir sollen gesegnet werden alle Geschlechter auf Erden. (1.Mose 12,3) - auf dass der Segen Abrahams, so formuliert der Galaterbrief (Gal 3, 14) zu den Heiden komme durch Christus Jesus und wir den verheißenen Geist empfingen durch den Glauben.

Carolin Lochner


Montag, 13. September

Kreuzweg bei St.Michael

Kreuzweg in Berg am Laim
Bildrechte: M.Brandstätter

Es gibt Orte, die eine ganz besondere Ausstrahlung haben. Und dazu zählt für mich auf jeden Fall der alte Kreuzweg bei der Kirche St.Michael in Berg am Laim.

Er wurde vor über 150 Jahren von der Kongregation der Englischen Fräulein angelegt, die hier eine Mädchenschule mit Internat gegründet hatten, der heutigen Maria-Ward-Realschule. Der Kreuzweg ist vermutlich der einzige noch erhaltene Kreuzweg im Freien in München und näherer Umgebung und liegt seit dem Wegzug der Klosterschwestern vor 35 Jahren in einem wahren Dornröschenschlaf. Er befindet sich hinter einem Zaun auf dem Gelände der Maria-Ward-Realschule und ist deshalb nicht frei zugänglich. Die 14 Kreuzwegstationen sind teilweise schon in einem ziemlich schlechten Zustand und die Relieftafeln, die sich ursprünglich in den Stationshäuschen befanden, sind nicht mehr hier. Ein Teil ging verloren, der Rest wird seit einer Restaurierung im Turm von St.Michael aufbewahrt.

Aber der Weg selbst, flankiert von alten Bäumen, die vielleicht schon bei der Anlage im vorletzten Jahrhundert gepflanzt wurden, ist immer noch unverändert erhalten.
Obwohl mitten in der Stadt, ist der Weg wie eine Oase der Stille, ein grüner Tunnel, an dessen Rand die weißen Kreuzweg-Stationen stehen. Man fühlt sich wie von der Stadt aufs Land versetzt und man taucht auch in eine andere Zeit ein. Eine Zeit, in der Klosterschwestern und Internatsschülerinnen vieler Generationen hier in Andacht entlang gingen.

Heute fand eine Führung im Rahmen des Tages des offenen Denkmals statt, eine der ganz wenigen Möglichkeiten, den Weg zu erfahren.
Es wäre schön, wenn dieser geschichtsträchtige Kreuzweg besser öffentlich zugänglich wäre. Aber auf der anderen Seite finde ich es auch schön, dass es noch solche besonderen Orte gibt, die fast unverändert die Zeiten überdauern konnten, gerade weil sie so verborgen und schwer zugänglich sind.

Mathias Brandstätter


Samstag, 11. September

Ich war in der Bibliothek unseres StudentInnenwohnheims und schrieb an irgendeiner Hausarbeit. Ein Mitbewohner hatte erfahren, was passiert war und kam in die Bibliothek. Ein paar Minuten später waren alle MitbewohnerInnen des Wohnheims vor dem einzigen Fernseher dort versammelt. Wahrscheinlich können auch Sie genau sagen, wo Sie am 11. September 2001 waren.
Wir saßen da, starrten gebannt auf den Bildschirm und konnten nicht glauben, was wir sahen. Immer wieder sahen wir dieselben Bilder. Irritiert. Schockiert.

Es sind Bilder, die sich eingebrannt haben. Am Abend fragten wir uns, was jetzt kommt: Wird es Krieg geben?

Fast 3000 Menschen haben bei den Anschlägen vor 20 Jahren ihr Leben verloren.

Der 11. September hat die Welt bis heute verändert. Guantanamo. Die Kriege im Irak und in Afghanistan. Muslime wurden unter Generalverdacht gestellt.

Vor ein paar Jahren stand ich an der Gedenkstätte an Ground Zero. In die Ränder der Wasserbecken sind die Namen der Toten eingraviert.
Hinter jedem Namen steht eine Lebensgeschichte, stehen Angehörige und Freunde.

Felix Breitling


Freitag, 10. September

Mit Sommer verbinde ich ‚zum Schwimmen gehen‘. Genaugenommen müsste es für mich heißen: zum Baden gehen. Denn das wirkliche Bahnen-Schwimmen, das ist nicht so meins. Bestimmt auch, weil ich ohne Brille wer weiß wohin schwimmen würde…
Ob der Prophet Jona wohl schwimmen konnte? Draußen im offenen Meer hätte es ihm wahrscheinlich nicht viel genutzt. Als er über Bord ging, wurde er von einem riesigen Fisch verschluckt. Drei Tage dauerte seine „Auszeit“ im Bauch des Fisches, dann hat der ihn wieder an Land gespuckt. Drei Tage, in denen Jona den Kontakt zu Gott gesucht hat, obwohl er ja zuvor vor ihm weggelaufen ist. Drei Tage, die ihn mutig und stark gemacht haben.
Neugierig geworden, was es mit diesem Jona auf sich hat? In einer Folge der Reihe „Sexy Bibel“ erfahren Sie mehr.
 

„Sexy Bibel“ ist ein Video-Podcast, das von der ehemaligen Leiterin der Jugendkirche, Diakonin Judith Amend-Knaub, initiiert wurde. In unregelmäßigen Abständen tauschen sich einige junge und nicht mehr ganz junge (ich darf nämlich auch dabei sein) Menschen über Geschichten der Bibel aus. 

Verena Übler


Donnerstag, 09. September

Freie Zeit liegt hinter mir. Mit dem Schulbeginn ist bald der Alltag wieder da.
Der „Alltag hat uns wieder“ oder der „Alltag holt uns wieder ein“ sagen wir. Das klingt, wie wenn „der Alltag“ etwas Übermächtiges ist, dem wir ausgeliefert sind.
Und manchmal sprechen wir ja auch vom Trott, von der Tretmühle oder vom Hamsterrad des Alltags.
Wenn ich das Gefühl habe, ich hetze durch den Tag oder ich trete auf der Stelle, keine Abwechslung, jeden Tag das Gleiche.

In meinem Urlaub hatte ich viel freie Zeit um nachzudenken, was nach den Ferien anders werden soll.
Denn eigentlich möchte ich nicht, dass der „Alltag mich einholt“ oder ich durch den Tag hetze.

Und ich denke, dass wir doch immer wieder Gestaltungsmöglichkeiten haben, auch wenn sie noch so klein sind.
Es kann schon einiges bewirken, wenn ich mich 10 Minuten früher auf den Weg mache.
Oder ob ich morgens eine Viertelstunde früher aufstehe und diese Zeit nur für mich habe.
Oder wie ich meinen Abend gestalte.…
Was das genau sein kann, weiß wahrscheinlich jede und jeder für sich selbst am besten.

Ich habe mir vorgenommen, in Zukunft noch aufmerksamer zu sein, was meinen Alltag angeht.
Denn jeder Tag ist wertvoll und steckt voller Leben.

Felix Breitling


Mittwoch, 08. September

Nach Psalm 121:

Ich hebe meine Augen auf zu den Bergen.
Woher kommt mir Hilfe?
Meine Hilfe kommt von dir, Gott.
Du hast Himmel und Erde gemacht.

Du wirst meinen Fuß nicht gleiten lassen, nein, 
du schläfst nicht; du behütest mich.
 
Seht, meine Geschwister, Gott schläft
und schlummert nicht!

Denk daran: Gott behütet dich;
Gott ist dein Schatten über deiner rechten Hand,
dass dich des Tages die Sonne nicht steche
noch der Mond des Nachts.

Ja, Gott behüte dich vor allem Übel;
Gott behüte deine Seele.
Gott behüte deinen Ausgang und Eingang
von nun an bis in Ewigkeit! 

Eine alte chinesische Legende erzählt von einer armen Bäuerin, der immer wieder bemerkenswerte Dinge passieren. Ihre Nachbarinnen interpretieren das Ganze und verheißen ihr Glück oder Unglück. Sie aber bleibt stets gelassen und sagt: Ob Glück oder Unglück – wer weiß?
Ist das nun stoischer Gleichmut oder bewundernswerte Gelassenheit? Je nach Ereignis könnte es doch auch angebracht sein, vor Glück zu singen oder vor Verzweiflung zu schreien.
Vielleicht ist es kein entweder oder. Nach dem Schrei der Verzweiflung tief durchatmen und den Glauben als Ressource anzapfen. Das Gebet kann dabei Rückhalt und Hoffnung geben, dass wir es nicht allein schaffen müssen. 

Verena Übler


Dienstag, 07.September

Eine kleine Auszeit am Meer.

Ich lehne mich zurück und schließe die Augen.

Vor meinem inneren Auge spaziere ich am Meer entlang. Die salzige Luft atme ich tief ein. Ich spüre den körnigen Sand unter meinen Füßen. Meine Augen erfassen die verschiedenen Formen der Muschelschalen. Der Weg der Wasserschnecken ist im feuchten Sand gut zu erkennen. Sanfte Wellen rollen an Land. Ein guter Ort, um die Gedanken ziehen zu lassen, mit den Wellen hin und her bewegen, ein wenig loslassen und noch einmal zurücknehmen. Und dann über das Meer hinausschicken weit über den Horizont hinaus. Die Bewegung tut gut, für einen Moment nicht eilen, dem Rhythmus des Meeres anpassen. Eine kleine Auszeit am Meer.

Ich öffne die Augen und mache mich wieder ans Werk.

Carolin Lochner


Montag, 6. September

Vor kurzem habe ich mir die evangelische Andreaskirche im Neu-Ulmer Stadtteil Ludwigsfeld angesehen. In der 1968 eingeweihten Kirche stammen einige der Kunstwerke von der Münchner Künstlerin Eva Moshack, die auch die Offenbarungskirche ausgestaltet hat. Vor allem das Kreuz auf dem Altar ist ein besonderer Blickfang. Bei Lichteinfall fangen die roten Glaselemente auf dem Kreuz je nach Blickwinkel  intensiv zu leuchten an.

Altarkreuz, Andreaskirche in Neu-Ulm
Bildrechte: M.Brandstätter

Mathias Brandstätter

(Im letzten Jahr konnte ich noch weitere Kirchen in Bayern ausfindig machen, in denen auch Kunstwerke von Eva Moshack zu sehen sind. Es ist erstaunlich, welch vielfältigen Werke die Künstlerin in wenigen Jahren geschaffen hat. In einem Vortrag am 1. Oktober in der Offenbarungskirche werde ich darüber berichten)


Samstag, 4. September

ChristusohneHände
Bildrechte: Felix Breitling

Dieser Holzskulptur des "Christus auf der Rast" bin ich im Ratzeburger Dom begegnet.
Beim Anblick dieses Christus ohne Hände kam mir das folgende Gebet in den Sinn:

Christus hat keine Hände, nur unsere Hände, um seine Arbeit zu tun.
Er hat keine Füße, nur unsere Füße, um Menschen auf seinen Weg zu führen.
Christus hat keine Lippen, nur unsere Lippen, um Menschen von ihm zu erzählen.
Er hat keine Hilfe, nur unsere Hilfe, um Menschen auf seine Seite zu bringen.

Gebet aus dem 4. Jh.

Felix Breitling


Freitag, 3. September

„Ein Tag für mich“

Herr, deine Güte reicht, so weit der Himmel ist,
und deine Wahrheit, so weit die Wolken gehen.
Psalm 36, 6

Unter diesem Motto stand ein Pilgerweg, an dem ich mit einer kleinen Gruppe ‚Gleichgesinnter‘ im Juni teilgenommen habe. Unter der Leitung der Pilgerbegleiterin Karin Wolf ging es von Starnberg zum Kloster Andechs und nach Herrsching – insgesamt 20 km!

Andechs
Bildrechte: Cornelia Bästlein

Es war herrlich, über die Maisinger Schlucht, später vorbei am Maisinger See sich den Weg zu bahnen, und wir hatten Glück mit dem Wetter.
Nach mehreren Pausen und Implusen kehrten wir gegen 15 Uhr ein im Biergarten des Klosters Andechs, um nach einem Abstecher an den Herrschinger Ammersee (Eis-holen!) den Rückweg anzutreten mit der S-Bahn.
Bei solchen Wanderungen ist es interessant zu beobachten, dass man nach einiger Zeit des Laufens in eine Art "Abschalt-Modus" kommt und ganz die Eindrücke der unmittelbaren Natur um sich herum wahrnimmt.
Unterstützt wird das durch die Tatsache, dass einige Abschnitte im Schweigen gegangen werden.
Wäre das auch etwas für Sie?
Derselbe Weg wird am 23.10. noch einmal angeboten, unter der Anleitung der Pilgerbegleiterin Birgitta Kalz (Anmeldung beim Ev. Bildungswerk erbeten bis 15.10.).
 
Cornelia Bästlein


Donnerstag, 2. September

Der Kommunikationspsychologe Friedemann Schulz von Thun (geb. 1944) hat ein neues Buch  „Erfülltes Leben. Ein kleines Modell für eine große Idee“ (Hanser Verlag) geschrieben.
Über zwei seiner Antworten aus einem Interview der Süddeutschen Zeitung mit dem Titel „Es gibt Erfüllung, die im bloßen Dasein liegt“ (Süddeutsche Zeitung, 28. August 2021) habe ich in den vergangenen Tagen nachgedacht:

Was hat Sie persönlich überrascht an Ihrer Auseinandersetzung mit der Frage nach dem erfüllten Leben?

 

 

Das eine war, dass ich entdeckte, dass manche Lebensgefährten, auch wenn sie schon verstorben sind, noch in mir versammelt sind, sich dort verewigt haben und in manchen Momenten auf mein Lebensgefühl Einfluss nehmen. Eine sehr schöne Entdeckung.

 

Und was war das andere?

 

Das andere war die deutlichere Wahrnehmung einer Erfüllung, die im bloßen Dasein liegt. Als moderne Coaches und Trainer sind wir ja immer darauf aus, die Selbstwirksamkeit zu steigern. Erkenne, dass du etwas machen kannst aus dir und deinem Leben! Werde Autor deines Lebensskriptes! Das ist ja auch gar nicht verkehrt. Aber der andere Teil der existentiellen Wahrheit ist, dass wir uns selbst nicht gemacht haben, dass wir Geschöpfe sind und zu einem großen Teil einem Schicksal preisgegeben sind, das wir uns selbst nicht backen können. Ungefragt entbunden mit einer menschlichen DNA, und ebenso ungefragt werden wir sterben müssen. Die Evolution hat Milliarden Jahre gebraucht, um dich in deiner Einmaligkeit hervorzubringen – je mehr ich diese Megasensation meines Daseins an mich heranlasse, umso intensiver wird diese Art von Erfüllung, die keine spektakulären Gipfelerlebnisse braucht, weil sie selbst so spektakulär und mysteriös ist.

Felix Breitling


Mittwoch, 1. September

Segen mit einem Blumenstrauß

„Servus, Griasd Eich, Leude, na wie issed?“ so begrüßt Hannes Ringelstetter zu Beginn seiner Show und ich muss jedes Mal lachen, wenn der Niederbayer das Rheinländische „Na, wie issed?“ in die Kamera grinst.
Na, wie issed? Wie ist es Euch/Ihnen ergangen im August? Konnten Sie Urlaub machen und durchatmen? Vielleicht verreisen? Oder haben Sie daheim die verstreuten Sommertage genossen?
In meinem Urlaub bin ich einmal an zwei großen Blühwiesen vorbei gekommen. Richtig große Felder. Gelbe Sonneblumen waren dabei, leuchtend blaue, pinkfarbene, weiße Blüten, ab und zu orangene (Sie merken schon, ich vermeide die Namen und Sie ahnen bestimmt warum…), dazu Gräser in allen Grüntönen – einfach herrlich.
In Erinnerung an diese Pracht soll dieser Segen mit einem Blumenstrauß Sie in den September geleiten:

Gott segne dich mit einem Blumenstrauß

Und gebe ein Vergissmeinnicht für die Vergessenen
Eine Schlüsselblume für die Heimatlosen
Einen Feuerdorn für die Mutlosen

Gott segne dich
Und gebe ein Tausendschönchen für die Verliebten
Eine Goldrute für die Wegsucher
Einen Klatschmohn für die Künstlerinnen
Ein Immergrün für die Umweltschützer
Ein Zittergras für die Mächtigen
Eine Pusteblume für die Sicheren

Gott segne dich
Und gebe eine Nelke für die Friedfertigen
Einen Glücksklee für die Kinder der Welt
Ein Jelängerjelieber für uns alle
Gott segne und behüte dich

[Fundort unbekannt]

Verena Übler



Die Texte aus früheren Monaten:

 

2021
Januar, Februar, März, April, Mai, Juni, Juli, (August=Sommerpause),

 

2020
März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember