Gedanken zum Tag

Samstag, 17. April

Hoffnungsträger*in

Am Ostersonntag haben wir im Gottesdienst Segensbändchen ausgegeben: Armbänder aus Samenpapier, auf denen „Hoffnungsträger*in“ steht. Wenn das Hoffnungsband befeuchtet, in Erde gegeben und gegossen wird, beginnen die Samen zu keimen.

 

 

 

Nun hat mich ein Foto erreicht, über das ich sehr gefreut habe: Der Hoffnungsträger wächst!

Wir sind immer noch sehr gespannt, wie sich die Pflanze entwickeln wird. Wir halten Sie auf dem Laufenden.

Hier ein paar Stimmen zur Verwendung der Hoffnungsbändchen:

„Ich trage das das Segensbändchen aus Saatgutpapier selbst – sage mir, was Gott mir längst zugeflüstert hat: Du bist Hoffnungsträger*in – dich brauche ich, um die Hoffnung in dieser Welt sichtbar werden zu lassen.“

„Ich verschenke das Samenbändchen: an Freunde, Familie, Nachbar*innen, an meine Held*innen des Alltags in Zeiten von Corona … sage ihnen: Du bist für mich Hoffnungsträger*in! Mit dir blüht sie auf: die Kraft weiterzugehen.“

„Das Bändchen kann auch als Begrüßungsgeschenk für Neugeborene genutzt werden: Du bist ein*e Hoffnungsträger*in!“

In der Offenen Kirche liegen in den kommenden Tagen „Hoffnungsträger*in“-Bändchen zum Mitnehmen aus.

Felix Breitling


Freitag, 16. April

Du bist mein Zufluchtsort

„Wie köstlich ist deine Güte, Gott, dass Menschenkinder unter dem Schatten deiner Flügel Zuflucht haben!“ Psalm 36, 8

Einfach mal verkriechen, wie Küken bei der Henne unter den Flügeln – das tut gut. Geborgenheit, Schutz, Ruhe, Sicherheit, Wärme, all das brauchen wir Menschenkinder doch auch. Gott will für uns wie so eine Henne sein, das drückt der Psalmbeter mit diesem Vers aus.
In modernen Worten und Noten sagt es dieses Lied: Du bist mein Zufluchtsort.


Verena Übler


Donnerstag, 15. April

KulturGeschichtsPfade München

Heute morgen ist mir auf meinem Weg zur Schule an der Else-Rosenfeld-Straße der Wegweiser zum KulturGeschichtsPfad Berg am Laim aufgefallen. Irgendwie hatte ich ihn schon fast vergessen.
In den Herbstferien 2020 habe ich mich auf den KulturGeschichtsPfad in Bogenhausen begeben. Ich habe Entdeckungen gemacht, die mich sehr bereichert haben.
Gerade in dieser Zeit, in der Reisen kaum möglich sind, möchte ich Ihnen die Kulturgeschichtspfade in München sehr ans Herz legen. Es sind kleine Reisen in die Vergangenheit mitten in der Stadt, in abgelegene Ecken, auf unentdeckten Wegen.
Hier finden Sie die KulturGeschichtsPfade in München:
https://www.muenchen.de/rathaus/Stadtverwaltung/Kulturreferat/Stadtgeschichte/Kulturgeschichtspfade.html

Ich wünsche Ihnen spannende Entdeckungen. Für Empfehlungen bin ich Ihnen sehr dankbar. Es gibt viel zu entdecken!

Felix Breitling


Mittwoch, 14. April

Heute ist „Schau-in-den-Himmel-Tag“. Sie lachen? Doch, es gibt ihn wirklich und er hat nichts mit Hanns-guck-in-die-Luft zu tun. 
Etabliert wurde er in den USA, das Entstehungsdatum ist umstritten. 
Der Himmel ist ja in der Tat faszinierend. Ein Blick lohnt sich immer. Manchmal ist er zum Greifen nah, dann unendlich weit entfernt. Seine Farben wechseln von stahlblau über graumeliert bis hin zu tiefschwarz. Es können wilde Wolken entlang ziehen, hochaufgetürmt, dann wieder bedecken ihn watteweiche Schäfchenwolken. Am Tag überstahlt ihn die Sonne und in der Nacht funkeln die Sterne. Am Meer wirkt der Himmel anders als in den Bergen. 
Schauen Sie heute mal bewusst nach oben. Woran denken Sie?

In Lukas 10, 20 heißt es: „Freut euch, dass eure Namen im Himmel geschrieben sind!“

Egal wie wir in diesen Tagen so drauf sind, ob wir Grund zur Freude haben oder eher niedergedrückt sind, wir sind in Gottes Hand geborgen. Gott kennt uns. Unsere Namen sind im Himmel verzeichnet und niemand geht verloren. 
Genießen Sie heute den Schau-in-den-Himmel-Tag – aber aufgepasst, nicht gegen eine Laterne laufen!

Verena Übler


Dienstag, 13. April

In Blüte und im EIs

Das bietet nur das Frühjahr und oftmals der April. Heute warm, morgen kalt. Gerade tauchte die Sonne noch die zarten Blüten der Obstbäume in  strahlendes Licht, jetzt tanzen die Flocken vom grauen Himmel herab. Die Natur scheint noch hin- und hergerissen: Setzt sich das Licht durch und werden die Knospen zu feinen Blüten als Tempel für Bienen und Hummeln? Damit sie dann, wenn es noch wärmer wird, viel Frucht bringen?

Nicht mehr komplett im Dunkel, aber auch noch nicht vollständig im Licht. Noch kann die Dunkelheit gewinnen, aber die Blüten drehen sich dem Licht entgegen. Nur so nimmt das Licht zu, wärmt und bringt Leben hervor. Noch kann der Zweifel gewinnen, doch Hoffnung bahnt sich einen Weg. Jeden Tag ein wenig mehr. Ich drehe mich dem Licht entgegen und erfreue mich an der bunten Welt der Bäume. Ich will es glauben wie die Blüten. Leben ist erwacht.

Carolin Lochner


Montag, 12. April

Morgengebet von Dietrich Bonhoeffer

Gott, zu dir rufe ich am frühen Morgen
hilf mir beten und meine Gedanken sammeln;
ich kann es nicht allein
In mir ist es finster, aber bei dir ist Licht
ich bin einsam, aber du verlässt mich nicht
ich bin kleinmütig, aber bei dir ist Hilfe
ich bin unruhig, aber bei dir ist Frieden
in mir ist Bitterkeit, aber bei dir ist Geduld
ich verstehe deine Wege nicht,
aber du weißt den rechten Weg für mich.

(aus: Widerstand und Ergebung, Band 8)

Vor 76 Jahren, am 9. April 1945 wurde der Theologe Dietrich Bonhoeffer nach zweijähriger Gefangenschaft im KZ Flossenbürg ermordet, kurz vor der Befreiung des KZs und kurz vor Kriegsende. Das Morgengebet hatte er im November 1943 im Gefängnis verfasst.

Mathias Brandstätter


Samstag, 10. April

Arabisches Rätsel - Der alte Scheich und seine 17 Kamele

Es war einmal ein alter Scheich. Als er merkte dass seine Zeit zu Ende ging, rief er seine drei Söhne zu sich und sagte zu ihnen: “Meine Tage sind gezählt und wenn ich gehe, vererbe ich euch meine 17 Kamele. Mohamed – mein ältester Sohn – du bekommst die Hälfte der Herde. Faris – mein zweitältester Sohn – dir steht ein Drittel der Herde zu. Hassan – mein Jüngster – du sollst ein Neuntel der Kamele dein Eigen nennen.”
Als der alte Scheich dann verstorben war, wollten die drei Söhne ihr Erbe aufteilen. Sie merkten jedoch schnell, dass 17 Kamele nicht durch zwei, nicht durch drei und auch nicht durch neun zu teilen waren. Sofort begannen sie sich zu streiten und konnten sich nicht einigen, wie sie das Erbe nun unter sich aufteilen sollten.
Um eine Lösung zu finden, fragten sie eine alte, weise Frau aus ihrem Dorf um Rat. Nachdem die Frau lange überlegt hatte, sagte sie zu den drei Söhnen: 
“Ich weiß nicht, ob ich euch helfen kann, aber ich kann euch mein Kamel schenken!”. Die Söhne des Scheichs wunderten sich über dieses Angebot, besaß die Frau doch nicht mehr als dieses eine Kamel. 
Sie nahmen aber das Kamel der alten weisen Frau an.
Nun teilten sie ihre 18 Kamele untereinander auf. 
Der älteste Sohn – dem die Hälfte der Herde zustand – nahm sich 9 Kamele. 
Der zweitälteste Sohn – der ein Drittel der Kamele bekommen sollte – nahm sich 6 Tiere und der jüngste Sohn – der ein Neuntel der Herde bekommen sollte – nahm sich 2 Kamele.
Überrascht stellten die Söhne des Scheichs fest, dass sie nur 17 Kamele verteilt hatten, gaben der alten Frau ihr Kamel zurück, bedankten sich bei ihr und gingen glücklich und zufrieden ihrer Wege.

Manche Probleme kommen uns so vor wie dieses arabische Rätsel. Sie scheinen unlösbar. Was hilft da?
Einen Schritt zurücktreten und nach dem gemeinsamen Nenner suchen.
Über die Grenzen des bisherigen Horizonts hinaus denken. Eine kleine Variable im Gesamtbild ändern.
Wenn es gelingt, (temporär) ein 18. Kamel hinzuzufügen, dann ist die Lösung für den gemeinsamen Nenner überraschend einfach. Man findet dann eine Sachlösung, in der jeder bekommt, was er will. Ohne dauerhaft vom Medium der Problemlösung, vom 18. Kamel, abhängig zu werden. Ein Königsweg der nachhaltigen Verhandlung und Konfliktlösung.
Und: Es kann auch bedeuten, etwas herzugeben, weil man sicher sein kann, es (oder etwas) auch wieder zurückzubekommen.

Verena Übler


Freitag, 9. April

Stühle aus Estland

Auf der Orgelempore der Offenbarungskirche stehen mehrere Reihen von stabilen Holzstühlen, die dort normalerweise Chormitglieder und Musiker nutzen. Vor kurzem sah ich zufällig auf den Stuhl-Unterseiten alte Hersteller-Aufkleber und -Stempel, wie oben abgebildet. Demzufolge sind die Stühle von der Münchner Tisch- und Stuhlfabrik Ernst Kaltenbach gekauft worden. Der Stempel darunter stammt von einer Firma "Luterma" aus Estonia (= Estland), vermutlich der Hersteller.

Neugierig geworden wollte ich nun mehr über die Herkunft der Stühle herausfinden. Aus dem Internet erfuhr ich, dass eine Firma Luterma bis 1940 in Estland existiert hatte und dort die größte Möbelfabrik war. Gegründet worden war sie im 19. Jahrhundert von zwei Brüdern, die sie nach ihrem Vater A(lexander) M(artin) Luther "Luterma" nannten.
Wie passend - die Stühle in unserer Kirchengemeinde stammen von einer Firma Luther. Ob das beim Kauf auch ein Argument war?

Im Pfarrarchiv fand ich dann noch ein altes Inventarverzeichnis, in dem die Stühle eingetragen waren:
Am 15. Mai 1931, also vor fast genau 90 Jahren sind die Stühle von der Münchner Firma Kaltenbach gekauft worden, die sie aus Estland importiert hatte.
Die Offenbarungskirche gab es damals noch nicht, aber im 1928 erbauten Gemeindesaal war im Erdgeschoß, dem heutigen Gemeindesaal, ein Betsaal, in dem die Gottesdienste der neu entstandenen evangelischen Pfarrei Berg am Laim stattfanden. Dafür waren die insgesamt 60 Stühle angeschafft worden, von denen ein Teil dann irgendwann später auf die Orgelempore gekommen ist.

Die Stühle sind trotz ihres Alters immer noch erstaunlich gut erhalten und haben also schon eine lange Geschichte hinter sich.
Wieviel Menschen sind in den unzähligen Gottesdiensten und Veranstaltungen in diesem Zeitraum wohl schon auf ihnen gesessen, in guten und in schweren Zeiten, und was mögen sie dabei erlebt haben? 

Mathias Brandstätter


Donnerstag, 8. April

Vom Zuhören

Von Martin Luther stammt angeblich das Zitat: „Der Mensch hat zwei Ohren und nur einen Mund, folglich soll er doppelt soviel hören als reden.“
Andere Quellen schreiben das Zitat den griechischen Philosophen Zenon von Elea und Epiktet oder dem britischen Politiker Benjamin Disraeli zu. Es scheint also in den letzten 2000 Jahren schon immer ein Thema gewesen zu sein, dass Menschen lieber sich reden hören anstatt anderen zuzuhören

Wie wahr - unser Zusammenleben würde vermutlich besser funktionieren, wenn man sich mehr zuhören würde.
Aber leider ist es meistens eher so, dass bei Gesprächen oder Diskussionen die Teilnehmer vor allem ihre eigenen Gedanken äußern wollen. Zur Perfektion gebracht haben das vor allem Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen und deshalb häufig interviewt werden. Da werden Fragen dann oft nur als Stichworte benutzt und statt einer Antwort erhält der Fragende ein Statement, das nur am Rande zum Thema passt. 

Wir wohltuend ist dagegen ein Gespräch mit Menschen, die zuhören können und wollen. Es ist ja in der Regel nicht so, dass wir nicht hören können, aber das hören-wollen, das fällt oft schwer. Es hat auch etwas mit Macht und Machtstrukturen zu tun. Wer sich für mächtiger und wichtiger hält, dem fällt es schwerer, auf andere Rücksicht zu nehmen. Es gibt z.B. Statistiken, dass Frauen von Männern häufiger unterbrochen werden und weniger Redeanteile in Diskussionen haben.

Dagegen hat es etwas mit Wertschätzung zu tun, wenn wir anderen im Gespräch mindestens soviel Raum geben wie uns selbst, wenn wir vor allem zuhören, unsere eigene Meinung auch einmal zurückstellen und wenn wir uns aufrichtig bemühen, die anderen zu verstehen. 
Es ist manchmal vielleicht nicht einfach, aber es lohnt sich, denn am Ende profitieren beide Gesprächspartner davon.

Und noch ein dazu passendes Wort, diesmal aus dem Jakobusbrief:
"Ein jeder Mensch sei schnell zum Hören, langsam zum Reden, langsam zum Zorn!" (Jak. 1, 19)

Mathias Brandstätter


Mittwoch, 7. AprilHeute gibt es etwas zum Schmunzeln. Aber erst, wenn Sie am PC das folgende Puzzle zusammengesetzt haben! Einfach auf den link klicken und loslegen. Viel Spaß! 

https://jigex.com/6UTK

Verena Übler


Dienstag, 6. April

Frühmorgens da die Sonn aufgeht...

...mein Heiland Christus aufersteht.
Vertrieben ist der Sünden Nacht,
Licht, Heil und Leben wieder bracht.
Halleluja.

auferstehung
Bildrechte: Carolin Lochner

Am Morgen des dritten Tags. Erwartungsvoll im Ostpark. Licht bahnt sich seinen Weg.

Der Wochenspruch für diese Osterwoche lautet: "Christus spricht: Ich war tot, und siehe, ich bin lebendig von Ewigkeit zu Ewigkeit und habe die Schlüssel des Todes und der Hölle." Off 1,18

Carolin Lochner


Samstag, 3. April

Ohne Karsamstag kein Ostern

Rund um die Wiese gegenüber des Eingangs von St. Michael ist ein denkmalgeschütztes Kleinod verborgen: Der Kreuzweg von Berg am Laim. In vierzehn Stationen wird der Weg Jesu von der Verhaftung bis zur Grablegung abgebildet. Allerdings wurden die Reliefs mit den vierzehn Bildern aus den Stelen herausgenommen, um sie vor der Verwitterung zu schützen. Auf dem Berg am Laimer youtube Kanal „Kulturschneise“ ist nun ein Video eingestellt, das die Relief-Bilder zeigt. Schwester Josefa Maria „geht“ von Bild zu Bild und lädt zu Meditation und Gebet ein.
An der 14. Station sagt sie über den Karsamstag:
„Der Karsamstag, die Grabesruhe, nichts passiert, es wird still. Die Menschen sind weg, zerstreut wie ihre Hoffnungen. Das Wunder ist ausgeblieben. Keine Rettung in letzter Sekunde. Nein, Jesus ist gestorben und nun liegt er im Grab.
Ohne Karsamstag kein Ostern, Es braucht diese Zeit des Nichts, diese Leere, diesen Übergang. Das erlebe ich auch auf meinem Lebensweg. Gerade in schwierigen Zeiten in schier ausweglosen Situationen braucht es diesen Augenblick zwischen Tod und Auferstehung. Ich muss verarbeiten, was passiert ist. Ich muss Zeit zum Trauern, zum Abschließen haben. Erst dann bin ich bereit für einen Neubeginn, für das Licht des Ostersonntags.“

Verena Übler


Donnerstag, 1. April

Der Monatsspruch für April

"Christus ist Bild des unsichtbaren Gottes, der Erstgeborene der ganzen Schöpfung" (Kol 1,15)
So lautet der Monatsspruch für den April, er ist aus dem Brief des Paulus an die Kolosser.

Nachstehend ist das April-Bild aus den diesjährigen Fotokalender der Foto AG, das zu diesem Monatsspruch ausgewählt wurde, aufgenommen von Guido Sarrazin.

Mathias Brandstätter

Zum Monatsspruch April 2021
Bildrechte: Guido Sarrazin

Die Texte aus früheren Monaten:

2021
Januar, Februar, März

2020
März, April, Mai, Juni, Juli, August, September, Oktober, November, Dezember