Mai 2022

 Montag, 30. Mai

Gotthold Högner, der erste evangelische Pfarrer in Berg am Laim

Für den neuen Gemeindebrief habe ich mich mit der Geschichte der Kirchengemeinde beschäftigt und bin dabei auch auf Gotthold Högner gestoßen, der ab 1929 der erste Pfarrer in der neu gegründeten evangelischen Kirchengemeinde Berg am Laim war.

Mit der Ernennung einer eigenständigen Berg am Laimer Kirchengemeinde (die Evangelischen aus Berg am Laim gehörten bis dahin zum Perlacher Pfarrsprengel) wurde Högner am 1. April 1929 hierher versetzt. Er war ein Pfarrersohn aus Franken und zuvor 3. Pfarrer in Öttingen. Als erster Berg am Laimer Pfarrer bezog er nun zusammen mit seiner Frau die Pfarrwohnung im neu erbauten Gemeindehaus. Im Vorjahr war der  Gottesdienstraum im Erdgeschoß eingeweiht worden, der heutige Gemeindesaal. Die Offenbarungskirche wurde dann erst über 30 Jahre später erbaut.

Während seiner Amtszeit war Högner auch für die Tochtergemeinden Trudering und Haar und die Betreuung der evangelischen Patienten in den Heil- und Pflegeanstalten Haar und Eglfing zuständig. Es gab sicher mehr als genug Arbeit für ihn in diesem großen Gebiet, das er anfangs ganz alleine versorgen musste. An den Sonntagen predigte er abwechselnd an einem Sonntag nacheinander in Haar und Trudering und am anderen Sonntag in Berg am Laim mit anschließendem Kindergottesdienst.

Daneben musste er sich vor allem um die Organisation der neuen Pfarrgemeinde kümmern, angefangen von der Einrichtung eines Kirchenvorstands über die Haushaltsplanung bis hin zur Beschaffung von Büromöbeln, Paramenten und Dienstsiegel. Auch der Schulunterricht an den Grundschulen in Berg am Laim und in Waldtrudering gehörte zu seinen Aufgaben. Wenn man liest, wofür es alles zuständig war, ist es kaum vorstellbar, wie er das alles bewältigen konnte. Erst nach zehn Jahren wurde ihm ein ständiger Vikar zugeteilt.

In der Pfarrchronik steht, dass er während der Nazi-Diktatur auf der Seite der bekennenden Kirche stand und im sog. Kirchenkampf den Landesbischof Hans Meiser unterstützte. Er nahm bei seinen Predigten kein Blatt vor den Mund und liess sich auch nicht durch die Anwesendheit von Gestapo-Beamten einschüchtern: "...(er) predigte freimütig und offen das Wort der Heiligen Schrift. Er fürchtete sich auch nicht dies zu predigen, wenn seine Predigt durch die Geheimpolizei beobachtet" - so steht es in der Chronik. Einmal sollte er wegen seiner Predigten verhaftet werden, aber es konnte durch Gemeindemitglieder noch verhindert werden.
Aus seiner seelsorgerlichen Tätigkeit in den Heilanstalten Haar/Eglfing wusste Högner wohl, dass dort ab 1940 planmäßig Kranke ermordet wurden "...und litt sehr darunter" [1].
Während des Reformationsgottesdiensts 1941 in Trudering brach er zusammen. Vielleicht mitverursacht durch diese seelische Belastung, vielleicht auch wegen der jahrelangen extrem hohen Arbeitslast in der Gemeinde?
Er erholte sich davon nicht mehr und starb ein knappes Jahr später am 23. Oktober 1942.

Möglicherweise gibt es jemand in der Gemeinde, der noch aus Erzählungen Weiteres über ihn weiß? Es würde mich freuen, mehr über Pfarrer Högner zu erfahren.

Mathias Brandstätter

[1] Christl Knauer-Nothaft und Erich Kasberger, "Berg am Laim", S. 285, Volk-Verlag, 2007


Freitag, 27. Mai

Rocket Man

Nein, als Raketenmann oder genauer übersetzt ‚Raumfahrer‘ dürfen wir uns Jesus am gestrigen Himmelfahrtstag nicht vorstellen. Er wurde auch nicht von Scotty hochgebeamt. Die Apostelgeschichte formuliert es so: „Jesus sprach zu ihnen: Ihr werdet die Kraft des Heiligen Geistes empfangen, der auf euch kommen wir, und werdet meine Zeugen sein in Jerusalem und in ganz Judäa und Samarien und bis an das Ende der Erde. Und als er das gesagt hatte, wurde er zusehends aufgehoben und eine Wolke nahm ihn auf vor ihren Augen weg.“  [Apg 1, 8-9]
Wie das nun genau vor sich ging, weiß ich auch nicht. Fest steht aber, dass alle die, die dabei waren, nun nicht achselzuckend nach Hause zurückgekehrt sind, um ihre Alltagsgeschäfte wieder aufzunehmen. Das Abenteuer „Jesus“ war für sie nicht einfach nur eine Episode. Jesus war für sie nicht nur ein Lebensabschnittsgefährte. Noch hat das Pfingstwunder zwar nicht stattgefunden, aber schon jetzt machen sie Pläne. Ja, sie wollen Zeugen sein von all dem, was sie mit Jesus erlebt haben. Bis an das Ende der Erde wollen sie von ihm erzählen. Das hat geklappt. Überall auf der Welt gibt es Christinnen und Christen. Die Bibel ist in 3524 Sprachen übersetzt. Ich finde das beeindruckend. So beeindruckend, dass mir die Formulierung „und eine Wolke nahm in auf“ genügt.

Verena Übler


Mittwoch, 25. Mai

Josef
Bildrechte: Felix Breitling

In der Wallfahrtskirche Weihenlinden bei Bad Aibling steht eine große Figur von Joseph auf dem Altar, der das Jesuskind liebevoll im Arm hält. Ungewöhnlich. Sonst ist es meistens Maria, die das Jesuskind im Arm hält. Ich frage mich, was der Künstler zeigen wollte: Männer, kümmert Euch mehr um Eure Kinder. Schaut Euch meinen Joseph an: Ein emanzipierter Mann.

Vielleicht war Joseph gerade in Elternzeit, war da für seinen Sohn, wickelte ihn, kümmerte sich um den Haushalt und kochte, während Maria den Zimmermannsbetrieb schmiss. Davon steht zwar nichts in der Bibel, aber ich finde diese Variante durchaus interessant.

Möglicherweise ist es auch Joseph zu verdanken, dass Jesus so einige Rollenbilder aufbrach und Muster durchbrach und so Menschen zu einem befreiten Leben motivierte. Weil Jesus schon als kleines Kind eine andere Männlichkeit erlebt hat.

Ach, ich hätte mich zu gerne mit dem Künstler des Weihenlindener Joseph unterhalten.

Felix Breitling


Montag, 23. Mai

Reparieren

Vor kurzem ist an meinem Fahrrad eine kurze Stange gebrochen, die den Gepäckträger hält. Ich dachte ja zuerst, das kleine Teil könnte leicht ersetzt werden, aber nirgends gab es das einzeln zu kaufen, sondern nur als kompletten Gepäckträger - und den alten hätte ich dann wegwerfen müssen.
Mit einigem Herumprobieren schaffte ich es, das defekte Teil durch einen Metallstreifen aus der Restekiste zu ersetzen. Es schaut zwar nicht perfekt aus, aber der Gepäckträger hält wieder. Mein Fahrrad ist dadurch etwas individueller geworden und durch meinen Arbeitsaufwand eigentlich auch ein bisschen wertvoller. Und vor allem hat es die Neuanfertigung eines Gepäckständers erspart, d.h. Energie- und Ressorcenverbrauch.

Vor nicht allzu langer Zeit war es bei uns selbstverständlich (und ist es in vielen Ländern heute noch), dass man defekte Dinge nach Möglichkeit reparierte. Weggeworfen wurde nur, was überhaupt nicht mehr verwertbar war.
Heute sind die Dinge meist so komplex konstruiert, dass man sie beim besten Willen nicht mehr reparieren kann. Und wenn eine Reparatur möglich ist, dann kostet sie oft ein Vielfaches einer Neuanschaffung. Jeder von uns hat sicher schon einmal gehört: "Da lohnt sich eine Reparatur nicht mehr".

Ist es da ein Wunder, dass die Menschheit inzwischen ein Vielfaches der Ressourcen verbraucht, die die Erde liefern kann? Und dass viele Rohstoffe irgendwann ganz zu Ende gehen werden?

Wir alle sind Konsumenten und täglich können wir entscheiden, ob und was wir kaufen.
Zuerst sollten wir aber darüber nachdenken:

  • brauche ich die (Neu-)Anschaffung wirklich?
  • reicht das, was ich habe, vielleicht doch noch aus ?
  • könnte ich gebraucht kaufen?
  • wie haltbar ist es und kann ich ggf. Verschleißteile austauschen?
  • wie und wo kann man es reparieren (lassen)? 

Übrigens - hier ist eine Liste von Repair Cafés in München und Umgebung.

Mathias Brandstätter


Freitag, 20. Mai

„Und Gott sprach: Die Erde bringe hervor lebendiges Getier, ein jedes nach seiner Art: Vieh, Gewürm, BIENEN und Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art. Und es geschah so. Und Gott machte die Tiere des Feldes, ein jedes nach seiner Art, und das Vieh nach seiner Art und die BIENEN und alles Gewürm des Erdbodens nach seiner Art. Und Gott sah, dass es gut war.“
[1. Mose 1, 24f.]

Das wär doch was gewesen, wenn die Bienen in der Schöpfungsgeschichte extra aufgeführt worden wären. Vielleicht hätten wir Menschen dann besser auf sie achtgegeben?
Heute ist Welt-Bienen-Tag. Ein Tag, um ganz besonders auf die Bedeutung von Bienen aufmerksam zu machen. 80 Prozent aller heimischen Blütenpflanzen sind auf die Bestäubung durch Insekten angewiesen. Einen Großteil davon übernimmt die Honigbiene. Ohne die Bestäubung ist unsere Ernährungssicherheit in Gefahr. 
Passend zum Weltbienentag hat der Dokumentarfilm „Ein Himmel voller Bienen“ heute Premiere. Mehr Infos dazu unter www.einhimmelvollerbienen.com
Wer selbst aktiv werden will, kann das bei dem Münchener Verein Green City e.V. tun. 
Auch die Evangelische Jugend München hat inzwischen eine Idee realisiert: seit einigen Wochen leben auf dem Dach des Anbaus der Rogatekirche Bienen. Wenn die Bienen fleißig sind und genug Blüten finden, können wir demnächst unseren eigenen „Rogate-Honig“ probieren. Lecker!

Gottes Segen komme zu dir,
damit die Fülle des Lebens
Raum findet
in deinem Leben,
wie die Vielfalt der Blüten im Honig.

Gottes Segen sei in dir,
damit Gottes Ja zu deinem Leben dir süß
auf der Zunge zergeht,
wie fließender Honig.

Gottes Segen sei bei dir,
wenn du auf Flügeln den Blüten deines
Lebens entgegeneilst.

Amen.

Verena Übler
P.S. Leider weiß ich nicht, von wem der Honig-Segen stammt. Für Hinweise bin ich dankbar.


Mittwoch, 18. Mai

„Du erforschest mich und kennest mich.“
Mehrere meiner Schülerinnen und Schüler haben sich für diese Worte aus Psalm 139 entschieden, als ich sie gebeten habe, Worte aus dem Psalm hervorzuheben, die ihnen wichtig sind. Ich denke, es ging Ihnen vor allem um: „Du kennst mich“. Da ist ein Gott, der mich kennt, der weiß, wie es mir geht.
Ich musste an die Verse aus dem Lied „Weil Gott in tiefster Nacht erschienen“ (EG 56) denken:
„Bist du der eignen Rätsel müd? Es kommt, der alles kennt und sieht!“ Er sieht dein Leben unverhüllt, zeigt dir zugleich dein neues Bild.“
Oft kennen wir uns selbst nicht, sind auf der Suche nach uns selbst. Fragen uns, weshalb wir so handeln, wie wir handeln. Sind uns selbst ein Rätsel.
Eines aber weiß ich: „Du Gott kennst mich.“

Felix Breitling


Montag, 15. Mai

Wunderbare Welt der Ameisen

Ameise auf Blüte
Bildrechte: M.Brandstätter

Endlich ist Sommerwetter und ich genieße es wieder, auf meiner Terasse zu sitzen.
Aber was die Freude etwas trübt, sind sie lästigen Ameisen, die die Terrasse natürlich auch wieder entdeckt haben und ebenso begeistert darauf (und vermutlich darunter) herumkrabbeln.

Ich könnte mich nun ständig darüber ärgern, oder die Terrasse ganz meiden, oder den Kampf gegen die lästigen Krabbler aufnehmen und z.B. Gift streuen. Aber diese Möglichkeiten gefielen mir verständlicherweise alle nicht besonders gut. Stattdessen habe ich beschlossen, mich zuerst etwas mit Ameisen zu beschäftigen, um sie besser zu verstehen (was übrigens auch in anderen Fällen hilfreich sein kann, wenn wir uns über jemand ärgern).

Zufällig fand ich in der Wühlkiste beim Buchhändler ein Buch über Ameisen. Und schnell war ich fasziniert von der Lektüre über "Die fabelhafte Welt der Ameisen" - so der Titel.
Es ist ja nicht so, das die Ameisen Eindringlinge auf meiner Terrasse sind, sondern eher bin ich der Eindringling in ihren Lebensbereich. Denn Ameisen gibt es schon seit über 100 Millionen Jahren auf der Welt, sie sind bereits zu Zeiten der Dinosaurier herumgekrabbelt und haben im Gegensatz zu den meisten anderen Tierarten seither alle Veränderungen ihrer Lebensbedingungen erfolgreich überstanden. Das beweist, wie anpassungsfähig sie sind. In den Nestern, die teilweise über 100 Millionen Ameisen umfassen können, hat jede Ameise eine bestimmte Aufgabe und dank vielfältiger Kommunikationwege stimmen sie sich untereinander sehr gut ab. Sie haben sozusagen die Landwirtschaft erfunden, denn sie halten sich Tiere und bauen Nahrungsmittel an. Und ihre Bauten sind ein so ausgeklügeltes System, dass ich beim Lesen aus dem Staunen nicht mehr herauskam.

Seitdem ich einiges über Ameisen gelernt habe, sehe ich diese Krabbeltiere mit anderen Augen. Jede Ameise für sich ist ein kleines Wunder der Schöpfung, und sie hat eigentlich auch ein Recht auf ein ungestörtes Leben. Ich kann die Winzlinge nun besser als Mitbewohner akzeptieren und sehe Ihnen mit Interesse und ohne Ärger beim Krabbeln zu. Im Großen und Ganzen lassen sie mich ja in Ruhe - und das will ich nun auf jeden Fall auch tun: sie in Ruhe lassen.

Mathias Brandstätter


Freitag, 13. Mai

Ziemlich gute Gründe am Leben zu bleiben

So heißt ein Buch von Matt Haig, einem britischen Schriftsteller (auf Deutsch 2016 erschienen). Es geht um die Depression, an der der Autor plötzlich und unerwartet erkrankt ist. In einem Interview in der Zeitschrift ‚Brigitte‘ (4/2022) macht er Mut, auf keinen Fall der Depression zu glauben.

Er sagt: 
„Die Depression lügt. 
Sie gaukelt totale Finsternis vor, 
aber es gibt Hoffnung auf ein anderes Leben, 
Licht ist überall, 
an jedem Tunnelende.“

Verena Übler


Mittwoch, 11. Mai

"Wenn die Eisheiligen vorüber sind, fangen wir mit dem Einpflanzen ein" heißt es unter den Hochbeetgärtnerinnen und -gärtnern im Gemeindegarten.
Morgen am 11. Mai fangen sie an, die Eisheiligen: 11. Mai: Mamertus, 12. Mai: Pankratius, 13. Mai: Servatius, 14. Mai: Bonifatius, 15. Mai: Sophie.
Obwohl, die meisten haben mit dem Pflanzen schon losgelegt, aber wer weiß...

Folgendes Gedicht ist mir zugetragen worden:

Die Eisheiligen

Pankraz, Bonifaz, Servaz ihr drei
Eisheiligen, warum kommt ihr im Mai?
Ich komm und komm nicht dahinter,
warum ihr nicht kommt im Winter,
wenn´s Eis gibt, sondern im Mai!

Die Blümelein sind noch so zart,
warum seid ihr Heiligen so hart?
Die Triebe sind noch so klein,
warum seid ihr Heiligen wie Stein?

Ob ihr am Ende gar kurzsichtig seid?
Und vom Himmel aus meint, dass es auf Erden schneit?
Sind aber Blüten, ein warmer Schnee,
euer Eisatem tut ihnen weh!
Oh, ihr solltet hinterher seh´n,
wie traurig erfror´ne Tomaten steh´n!

Pankraz, Bonifaz, Servaz ihr drei
Eisheiligen, warum kommt ihr im Mai?
Lasst euch legen ans Herz,
tut dem Gaertner heuer kein Schmerz!
Denn tut ihr jed´s Jahr, was den Blüten nicht frommt,
kanns sein, dass ihr noch in das Fegfeuer kommt!

Felix Breitling


Montag, 9. Mai - Sophie Scholls Geburtstag

Heute erinnern wir an Sophie Scholl.
Sie wurde vor genau 101 Jahren, am 9. Mai 1921 im kleinen Städtchen Forchtenberg in Württemberg als viertes Kind von Robert und Magdalena (Lina) Scholl geboren.
Lina Sofie steht in der Geburtsurkunde. „Sofie – mit ,f‘ und unterstrichen – sollte ihr Rufname sein, und so haben es in der Regel alle für die nächsten zwanzig Jahre gehalten, auch sie selbst. Die Eltern und die älteste Schwester Inge blieben dabei, aber Sofie selbst hat sich ungefähr nach dem zwanzigsten Lebensjahr immer öfter ,Sophie‘ genannt“, schreibt die Biographin Barbara Beuys.[1]

Im Februar 1942 schrieb Sophie Scholl in ihr Tagebuch [2]:

Wenn ich die Menschen um mich herum ansehe, und auch mich selbst, dann bekomme ich Ehrfurcht vor dem Menschen, weil Gott seinetwegen herabgestiegen ist. Auf der anderen Seite wird mir dies dann immer [am] unbegreiflichsten. Ja, was ich am wenigsten an Gott begreife, ist seine Liebe. Und doch, wüßte ich nicht von ihr!

Wenn Sie mehr über Sophie Scholl nachlesen wollen: Auf unserer Website sind unter Sophie Scholl viele links zu weiterführenden Informationen und Filmbeiträgen zusammengetragen.

Mathias Brandstätter


[1] Barbara Beuys: Sophie Scholl. Biografie, Berlin 2017, S.30f.

[2] Hans Scholl und Sophie Scholl: Briefe und Aufzeichnungen, hg. von Inge Jens, Frankfurt, 2005
 


Freitag, 6. Mai

Aufgeben ist keine Option.

„There is no use trying,” said Alice; “one can’t believe impossible things.” 
“I dare say you haven’t had much practice”, said the Queen. “When I was your age, I always did it for half an hour a day. Why, sometimes I’ve believed as many as six impossible things before breakfast.” [aus: Lewis Caroll, Alice im Wunderland]

“Es bringt nichts, es zu versuchen,“ sagte Alice; „man kann nicht an unrealistische (un-mögliche) Dinge glauben.“
„Ich wage zu behaupten, dass du bisher nicht viel Übung hattest“, sagte die Königin. „Als ich so alt war wie du, habe ich es jeden Tag eine halbe Stunde lang gemacht. Ach was, manchmal habe ich schon vor dem Frühstück an mindestens sechs unrealistische (un-mögliche) Dinge geglaubt.“

Selig sind, die Frieden stiften, denn sie werden Gottes Kinder heißen. 
Matthäus 5, 8

Verena Übler


Mittwoch, 4. Mai

"Sind Sie gläubig?" lautete die letzte Frage in einem Interview mit Gerhard Polt im Süddeutsche Zeitung Magazin am vergangenen Freitag.

Und Gerhard Polt antwortete auf diese Frage:

"Nicht im  klassischen Sinn. Aber mir hat mal einer erklärt: Wir sind alle Gläubige.
Sag ich, wieso? Sagt er, egal, ob Christ oder Buddhist oder eben gerade nicht, du glaubst.
Wenn du aus dem Haus gehst, gehst du aufrecht ­hinaus – weil du glaubst, dass dir kein Ziegel auf den Kopf fällt.
Du kannst nicht wissen, was kommt, aber du gehst davon aus, es wird schon gut gehen.
Und da hatte er recht. Das ist die menschliche Zuversicht. Und die ist letztlich ohne Glauben nicht denkbar."

Felix Breitling


Montag, 2. Mai

Seenotretter
Bildrechte: B.+W. Stiegler

Dieses Foto einer alten Seenotrettungsstation, aufgenommen von Barbara und Walter Stiegler (Foto AG), illustriert den Monatsspruch für den Mai:

Ich wünsche dir in jeder Hinsicht Wohlergehen und Gesundheit, so wie es deiner Seele wohlergeht. (3. Johannesbrief 2)