Die Offenbarungskirche

Offenbarungskirche 2019

Die evangelische Gemeinde in Berg am Laim

Die ersten evangelischen Christen in Berg am Laim waren vermutlich Ziegeleiarbeiter, die im 19. Jh. in einer der zahlreichen Ziegeleien in Berg am Laim beschäftigt waren. Erst zu Beginn des 20.Jahrhunderts, 1903, wurde ein evangelischer Verein gegründet. Die Mitglieder trafen sich zuerst im alten Schulhaus, später dann im gegenüberliegenden Aumüllerhaus in einem Betsaal.

Mit wachsender Anzahl von evangelischen Christen errichtete die evang. Gesamtgemeinde München 1927-28 an der Schildensteinstraße einen neuen Gottesdienstsaal (der heutige Gemeindesaal) mit der darüberliegenden Pfarrerwohnung.

1929 wurde dann die Pfarrei Berg am Laim gegründet, mit Pfarrer Högner als erstem Seelsorger der Gemeinde. Der Gottesdienst fand weiterhin im heutigen Gemeindesaal statt.
Mit dem stetigen Anwachsen der Gemeinde wurde der Raum irgendwann zu klein, Anfang der 60-er Jahre gehörten schon 3300 Mitglieder zur Kirchengemeinde Berg am Laim.
Deshalb wurde der Bau einer Kirche geplant. Die Grundsteinlegung fand 1961 statt und schon an Weihnachten 1962 konnte die neue Kirche mit dem Namen Offenbarungskirche eingeweiht werden. Die Kirchengemeinde erhielt daraufhin auch den Namen "Offenbarungskirche".

Am 1. Dezember 2018 schlossen sich die beiden benachbarten Gemeinden Offenbarungskirche und Rogatekirche zur Kirchengemeinde Sophie Scholl zusammen.

Offenbarungskirche
Bildrechte: Kirchenbauamt
Offenbarungskirche 1963

 

Die Offenbarungskirche

 

Unter Pfarrer Katterfeld wurde Ende der 50-er Jahre die bekannten Münchner Architekten Helmuth von Werz und Johann Christoph Ottow mit der Planung einer neuen großen Kirche beauftragt.
Als Name für ihre Kirche wählte die Gemeinde "Offenbarungskirche". Als Begründung wurde dazu erklärt: "Die Offenbarung Gottes geschieht in der Verhüllung, durch seine Selbstentäußerung in dem Mensch gewordenen Gottessohn Jesus Christus."
Die Grundsteinlegung fand am 16.Juli 1961 durch Dekan Heckel und Pfarrer Katterfeld statt, die festliche Einweihung erfolgte an Weihnachten 1962.

 

Das große Kreuz an der Altarwand (von Eva Moshack)

Worte zu dem Kreuz Seligpreisungen (Pfarrer Wilhelm Schiele, München 1962):

"Selig sind, die zum Abendmahl des Lammes berufen sind" (Off.19,9). Das Programm des großen, aus Messing getriebenen Kreuzes an der Altarwand, sind die Seligpreisungen. Es wurde als Meditationskreuz geschaffen. Im Schauen sollen wir der Frohen Botschaft inne werden und uns dem Reich Gottes, das uns verheißen ist, nahe fühlen.

Wir lesen das Kreuz von außen nach innen, von den Bildern der Kreuzbalken zur kreisenden unendlichen Mitte hin, zu Christus, dem Lamm Gottes, wo die Scharen der Heiligen um das himmlische MahI versammelt sind und Gottes Herrlichkeit strahlen des Lichtes und Ströme der Kraft wieder nach außen fIießen lassen.

Das Bild oben:
"Das Wort war Fleisch" (Joh.1,14). Aus der Ewigkeit sendet Gott seinen Sohn herab zu den Menschen. Selig ist Maria, die Sanftmütige, die Magd des Herrn, die demütigen, reinen Herzens den Heiland empfangen, getragen und der Welt geboren hat. Selig sind alle, die in Demut das Kind im Stall anbeten. "Ich bin sanftmütig und von Herzen demütig" (Math.11,29).

Das Bild Iinks:
Christus ist in die Welt gekommen, um den Sündern, den Elenden und Kranken zu helfen. "Die Gesunden bedürfen des Arztes nicht, sondern die Kranken" (Luk. 5,31). "Selig sind die Barmherzigen, denn sie werden Barmherzigkeit erlangen." "Selig sind die da Leid tragen, denn sie sollen getröstet werden" (Math. 5,3-10).

Das Bild rechts:
Jesus wäscht seinen Jüngern die Füße. "Selig sind die geistlich arm sind, denn das Himmelreich ist ihr". "Selig sind die da hungert und dürstet nach der Gerechtigkeit, denn sie werden Gott schauen" (Math. 5,3-10). Selig sind alle, die sich von Christus dienen lassen, und die zum Dienst aneinander bereit sind. "Ein Beispiel habe ich euch gegeben, dass ihr tut wie ich euch getan habe" (Joh. 13,15).

Das Bild unten:
"Selig sind die Friedfertigen, denn sie werden Gottes Kinder heißen" (Math. 5,3-10). AlIe sind gemeint, die Qualen, Schmach und Schande erdulden, so wie Christus sie um unseretwillen bei der Gefangennahme und auf seinem Weg zum Kreuz erduldet hat. Selig sind zu allen Zeiten die, die willig die Verfolgung um seinetwillen ertragen haben und ertragen werden!

So führen die vier Bilder der Kreuzbalken zusammen mit dem Cruzifixus auf dem Altar den Weg des Herrn von reiner Menschwerdung bis zum Tode am Kreuz und zeigen uns zugleich jene Menschen, die die Gnade der Erlösung angenommen haben.

Die Kreuzmitte ist kreisförmig ausgesondert zum Zeichen, dass sich die Zeit erfüllt hat und das Himmelreich nahe ist. Beim Mahl des Lammes wird keiner mehr hungern und im Hause unsers Vaters werden wir alle getröstet sein. Zum ewigen Lobpreis versammelt werden wir Gott schauen.

Die Bildhauerin Eva Moshack (München) entwarf zur Einweihung der Kirche 1962 außer dem Kreuz der Seligpreisungen auch das Altarkruzifix, den Altartisch und die sechs Altarleuchter.

Von der Münchner BIldhauerin Marie Luise Wilckens stammen der sechseckige Taufstein und die Bronze-Reliefs an der Eingangstür.

Die Glocken

Glocke 1

Inschrift Geht hin in alle Welt (Mk. 16,15)
Nominal gis´
Durchmesser 97,6 cm
Gewicht: 490 kg
Gußjahr: 1962
Gießerei: Bachert / Kochendorf


Glocke 2

Inschrift Kommet her zu mir alle! (Matth. 11,28)
Nominal
Durchmesser 81,3 cm
Gewicht: 290 kg
Gußjahr: 1962
Gießerei: Bachert / Kochendorf


Glocke 3

Inschrift Fürchtet euch nicht! (Mt. 14,27)
Nominal cis´´
Durchmesser 74 cm
Gewicht: 277 kg
Gußjahr: 2018
Gießerei: Perner / Passau


Glocke 4

Inschrift Ihr sollt mein Volk sein! (Jer. 7,23)
Nominal dis´´
Durchmesser 64,6 cm
Gewicht: 140 kg
Gußjahr: 1962
Gießerei: Bachert / Kochendorf


Glockenklang in Internet
Die Glockenklänge der Offenabrungskirche sind auf der Internetseite createsoundscape.de (Offenbarungskirche) zu hören. Dort kann man das Geläut auch selbst zusammenstellen.

Und auf Youtube gibt es einen Film von 2020 über die Glocken:

 

(-> nach oben)