Ökumenische Initiative

"Miteinander leben in Berg am Laim"

Als 1993 an der St.-Veit-Straße  die Gemeinschaftsunterkunft für 240 Asylbewerber aus ca. 40 verschiedenen Ländern errichtet wurde rief die damalige Pfarrerin Gabriele Meyer der Offenbarungskirche zur Gründung der Initiative "Miteinander leben in Berg am Laim" auf. Die Regierung von Oberbayern hatte keine sozialpädagogische Betreuung vorgesehen, die schließlich durch eine ökumenische Zusammenarbeit der katholischen St.-Michael-Gemeinde mit der Offenbarungs-Gemeinde möglich wurde. Neben den zu Beginn ca. 30 Ehrenamtlichen, den finanziellen Zuwendungen aus Mitgliedsbeiträgen, Spenden und festen Beiträgen der beiden Gemeinden kam dann der bei solchen Initiativen gesetzlich vorgeschriebene Zuschuss der Regierung von Oberbayern.

Später lagen die Schwerpunkte der Arbeit dann auf der Hausaufgabenbetreuung für die Kinder, Deutschunterricht in der Unterkunft, Feiern und Feste im Sommer- und Winterhalbjahr, Einzelbetreuung bei Problemen und Begleitung bei Behördengängen, schriftliche Eingaben an staatliche Stellen etc.

Asylarbeit aktuell (Bericht vom Dezember 2018)
Seit unserer letzten Berichterstattung hat sich sehr viel verändert. So haben wir die Betreuung der Anlage Heinrich-Wieland-Straße, mit deren Bewohnern und der Caritasmitarbeiterin wir viele Jahre sehr gut zusammengearbeitet hatten, an die Verantwortlichen in Neuperlach übergeben. In der Tat gehört die südliche Heinrich-Wieland-Straße nicht zu Berg am Laim.

In unserem Stadtteil gibt es inzwischen 2 Häuser für Asylbewerber: Eins in der Neumarkter Straße 43, das aus einem Bürohaus umgebaut wurde und in dem zur Zeit ca. 200 Menschen untergebracht sind. Die meisten von ihnen warten auf ihr Asylverfahren, sehr viele sind behindert oder chronisch krank. Die wenigsten haben eine Arbeitserlaubnis, sind wegen Abschiebungshindernissen nur "geduldet" mit allen daraus in Bayern praktizierten Einschränkungen. Auch Abschiebungen z. B. nach Afghanistan mit Abholung am frühen Morgen ohne Vorankündigung finden statt. Unsere Arbeit beschränkt sich derzeit auf einen wöchentlichen Deutschkurs mit Schwerpunkt Sprechen. Außerdem werden Bewohner zum Arzt und zu Dienststellen begleitet.

Im zweiten Haus in der Berg-am-Laim-Straße wohnen Familien und Singles mit erteiltem Asylstatus. Die Hauptamtlichen legen Wert darauf, dass sich die Bewohner selbst integrieren und haben die zahlreichen Angebote Ehrenamtlicher bisher nicht strukturieren können.

Mittelfristig wird es noch eine weitere Anlage im Stadtteil geben, dazu berichten wir zu gegebener Zeit.

Unsere Initiative "Miteinander leben in Berg am Laim" ist bis auf einige wenige Mitstreiter geschrumpft, hat aber als Gruppe immer noch eine Funktion, wenn es um Probleme mit den Ämtern geht, weil die Hauptamtlichen unsere Möglichkeiten höher als die der vertraglich gebundenen Betreuungsorganisationen einschätzen.

Ein Trost für Ehrenamtliche sind die Flüchtlinge, die es mit unserer Hilfe geschafft haben, in Deutschland Fuß zu fassen und uns nach so vielen Jahren oft freudig begrüßen und voll des Dankes sind. 

                                                                                                                     Günter Feldmann